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Politiker feiern „historischen Moment“

Breitbandausbau Politiker feiern „historischen Moment“

„Das schnelle Internet ist so wichtig wie gute Verkehrsanbindungen“, sagte Landrat Robert Fischbach gestern nach dem symbolischen Spatenstich. Der Breitband-Ausbau für Marburg-Biedenkopf hat begonnen.

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Landrat Robert Fischbach (rechts) als Anstoßgeber für die Breitband-Initiative und Telekom-Verhandlungspartner Ulrich Adams war gestern die gefeierte Männer.

Quelle: Andreas Schmidt

Quotshausen. Es beginnt in Steffenberg, Breidenbach, Biedenkopf, Dautphetal und Münchhausen. Das neue Internet-Zeitalter für Marburg-Biedenkopf bricht schon im März an, dann sind die Ortschaften, die die Telekom in einem ersten Bauabschnitt zusammengefasst hat, ans schnelle Netz angeschlossen und können zunächst mit Leistungen von bis zu 50 MBit rechnen, später sogar mit Upload-Leistungen von bis zu 40 MBit und Download-Raten von 100 MBit, wie Telekom-Vertreter Ulrich Adams gestern in Quotshausen ausführte. Dort erfolgte gestern der erste Spatenstich zum Breitband-Ausbau - und zwar, weil der Anschluss in dem Steffenberger Ortsteil ohne Erdarbeiten erfolgen kann. Während der Feier, die an einem Kabelverzweiger mitten im Ort begann und im Bürgerhaus fortgesetzt wurde, waren sich die Vertreter aus der heimischen Kommunalpolitik einig: Der Beginn des Breitband-Ausbaus sei ein „historischer Moment“.

Adams erinnerte daran, dass sich die Vertreter von Breitband-Initiative und Telekom erst vor gut vier Wochen zum Vertragsabschluss die Hände gereicht hätten - und gestern überreichte Fischbach Adams eine Mappe mit den wasser- und naturschutzrechtlichen Genehmigungen, die für den Baubeginn in Quotshausen nötig sind und die die Telekom erst vor einer Woche beim Kreis beantragt hatte. „Nur, um deutlich zu machen, dass es nicht an uns liegen wird, wenn der Ausbau am Ende doch länger dauert als zwei Jahre“, sagte Fischbach augenzwinkernd. Adams war der Meinung, dass das Projekt schon jetzt rekordverdächtig sei. Und er sicherte zu: „Mit meinem persönlichen Einsatz und dem meines Teams werde ich dafür sorgen, dass der Vertrauensvorschuss, den wir bekommen haben, eingelöst wird.“

Bis das Jahr 2015 kommt und der Breitband-Ausbau abgeschlossen ist, bleibt für die Telekom viel zu tun: 480 Kilometer Glasfaserkabel müssen verlegt werden - das ist mehr Wegstrecke als das Netz der Kreisstraßen mit seinen 369 Kilometern umfasst. Seit zwei Jahren treibt Landrat Fischbach den Breitband-Ausbau in Teamarbeit mit den Bürgermeistern der heimischen Kommunen voran - sein Einsatz für das Projekt wurde gestern vielfach gewürdigt. „Herr Fischbach, das heute ist Ihre Stunde, das krönt Ihr Schaffen in 18 Jahren als Landrat“, sagte Jochen Kirchner (Kirchhain) stellvertretend für die heimischen Bürgermeister. Er stellte heraus, dass Kreis und Kommunen in der Breitband-Initiative stets einvernehmlich miteinander an dem Thema gearbeitet hätten. Und im Kreise der Bürgermeister sei man froh, über den Vertragsschluss mit der Telekom. „Es hat uns schon ein klammes Gefühl gemacht, als wir noch selbst ausbauen wollten und dafür mehr als 40 Millionen Euro in die Hand hätten nehmen müssen. Jetzt sind wir froh, dass das Netz in der Hand derer bleibt, deren Kerngeschäft dies ist.“

In zwei Jahren vom Start der Initiative zum Baubeginn

Fischbach erinnerte an die Anfänge: „Spätestens als die Breitband-Initiative der Bundesregierung gestartet ist, dachten wir, da wird ja wohl einer kommen und das für uns hier machen. Irgendwann mussten wir kapieren, wenn wir das Heft nicht selbst in die Hand nehmen, dann wird‘s nix.“ Innerhalb der Breitband-Initiative verfolgten Kreis und Kommunen in den vergangenen Jahren zunächst den Weg, selbst ein Netz aufzubauen, unterstützt durch eine Bürgschaft des Landes - die Telekom ins Boot zu holen und Vorleistungen anzubieten, war der Plan B. „Dafür müssen wir jetzt nur 10 statt 40 Millionen Euro aufbringen“, sagte Fischbach, stellte klar, dass dies gleichwohl eine große finanzielle Belastung für Kreis und Kommunen sei. Die Städte und Gemeinden beteiligten sich mit fünf Euro pro Einwohner an den 10 Millionen Euro. Fischbach erklärte an den hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer gewandt, dass er auf eine Bezuschussung des Landes hoffe. Schäfer stellte diese Möglichkeit später vorsichtig in Aussicht und verwies darauf, dass EU-Fördermittel für das Projekt infrage kämen.

Der Breitband-Ausbau im Landkreis soll bis 2015 in sieben Bauabschnitten erfolgen, die teils parallel zueinander abgewickelt werden, informierte Telekom-Vertreter Adams.

von Carina Becker

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