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Politik keilt gegen Puff-Plakate

Debatte über Bordell-Werbung Politik keilt gegen Puff-Plakate

Eine Bürgerinitiative und die Marburger Linke wollen Bordellwerbung in der Universitätsstadt verbieten lassen. Party-Plakate, wie sie seit Monaten in der ganzen Stadt hängen, schade vor allem Schülern und Jugendlichen.

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An der Konrad-Adenauer-Brücke hängen regelmäßig Werbeschilder – regelmäßig sind dort Partyplakate zu Motto-Feiern vom Bordell „Erotic Island“ zu finden. Foto: Björn Wisker

Marburg. Die Veranstaltungen, etwa Tequilla- oder Weihnachts-partys des „Erotic Island“, sollen nach Ansicht von Tanja Bauder-Wöhr (Linke) verstärkt junge Feier-Fans in das Sex-Geschäft locken. „Die Werbung wird zielgerichtet an Kreuzungen, Brückengeländern und Bauzäunen aufgehangen, wo Schulwege von Tausenden verlaufen“, sagt sie während der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwochabend. Diese flächendeckende Plakatierung sei „unerträglich“. In Anlehnung an die aktuell laufende Oberstadt-Kampagne zum guten Benehmen, appelliert sie an die Vorbildrolle von Männern: „Vati sollte es nicht künftigen Freiern vorleben“.

Bordell-Plakate sind auch Werbung

Der Magistrat unterstützt das Ansinnen der Linken, verweist jedoch auf die noch gültige Gesetzeslage. Demnach könne die Stadtverwaltung gegen die Bordell-Plakate nichts unternehmen, da sie - wie Werbung anderer Unternehmen - als normal gelte. Dass das so sei, habe der Deutsche Werberat gestützt, nachdem Marburg diese Experten-Kommission zur Überprüfung von anstößigen Plakaten des „Erotic Island“ eingeschaltet habe, erläutert Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). „Wir gehen aber davon aus, dass wir mit Inkrafttreten des neuen Prostitutionsgesetzes engere Richtlinien für so etwas gelten“, sagt er. „Das wird es ermöglichen, besser einschreiten zu können, mehr Kontrolle zu erlangen “ sagt Christa Winter, Gleichstellungsbeauftragte.

Jahrelang versucht die Puff-Plakate loszuwerden

Auch die „Bürgerinitiative gegen Bordelle“ protestiert: „Freier werden immer jünger, solche Werbung macht Bordelle und Prostitution gesellschaftsfähig“, sagt Inge Hausschildt-Schön auf OP-Anfrage. Die Aktivisten haben „die aggressive Werbung“ bereits mehrfach beim Ordnungsamt angezeigt. Hausschildt-Schön bezweifelt auch, dass das neue Gesetz die Werberichtlinien verschärft.

Winter schildert indes „jahrelange, aussichtslose Versuche“, die Plakate für ein Sex-Geschäft in Pohlheim bei Gießen, die im Kaufpark Wehrda hängen, entfernen zu lassen. Immerhin: Der hessische Petitionsausschuss empfahl der Landesregierung nun, gegen die spezielle Werbung in Wehrda vorzugehen. Eine Entscheidung steht aus.

von Björn Wisker

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