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Polit-Pensionär ist jetzt „Schlossherr“

Friedrich Bohl wird 70 Polit-Pensionär ist jetzt „Schlossherr“

Der ehemalige Kanzleramtsminister Friedrich Bohl (CDU) feiert am Donnerstag seinen 70. Geburtstag. Er ist eine Marburger Institution: 32 Jahre lang – von 1970 bis 2002 – vertrat Friedrich Bohl die heimische Region im Landtag und im Bundestag.

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Zwei Tage vor seinem 70. Geburtstag präsentierte sich Friedrich Bohl in seinem Büro im Marburger Landgrafenschloss freudestrahlend im OP-Gespräch.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. In dieser Zeit schaffte es der CDU-Politiker auf der Karriereleiter bis zur Ministerposition in der Bundesregierung, wo er von 1991 bis 1998 als Kanzleramtsminister und enger Vertrauter des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) agierte.

Doch erst seit drei Jahren kann der ehemalige Berufspolitiker mit Stolz auf eine ganz besondere Adresse auf seiner Visitenkarte verweisen: Denn als Präsident der Von-Behring-Röntgen-Stiftung hat er sein Büro im Marburger Landgrafenschloss, „Am Schloss 1“.

So genießt er in dieser Funktion aus dem Fenster seines Büros jetzt dreimal in der Woche eine besonders privilegierte Aussicht. „Der Blick von hier oben über das Lahntal bringt die Seele in Einklang“, erzählt Bohl im Gespräch mit der OP, während er nach unten schaut.

Dass er jetzt schon einige Jahre lang als „elder statesman“ und somit Politiker im Ruhestand firmiert, das stört ihn nicht. „Ich hatte keinen Schmerz beim Abschied und vermisse nichts“, sagt Bohl.
Nach dem Abitur an der Martin-Luther-Schule in Marburg hatte der in Rosdorf (Kreis Göttingen) geborene Friedrich Bohl, der in Rauschenberg und dann in Kirchhain aufwuchs, ein Jura-Studium an der Marburger Universität aufgenommen.

Ab 1980 wurde Bohl zum Berufspolitiker

Bereits als 25-jähriger Rechtsreferendar schaffte es der damalige Kreisvorsitzende der Jungen Union, als Kandidat der CDU für den hessischen Landtag zu kandidieren und auf Anhieb das Direktmandat zu erobern. Vor allem sein gutes Verhältnis zum damaligen Marburger CDU- Chef Walter Wallmann, dem späteren hessischen Ministerpräsidenten, bereitete ihm den Weg für diese politische Blitzkarriere.

Nebenbei arbeitete Bohl in den ersten Jahren noch zeitweise als Rechtsanwalt und Notar, doch spätestens nach dem Wechsel in den Bundestag ab 1980 wurde er zum Berufspolitiker und später zum Minister. Bilder aus seinem Politiker-Fotoalbum zeigen ihn mit allen Größen des Bonner und Berliner Politikbetriebs und der Welt, bis hin zur britischen  Premier-Ministerin Margret Thatcher  und der Queen.

Doch abgehoben wirkt er überhaupt nicht, sondern sehr geerdet. Dazu hat wohl auch beigetragen, dass er über die Jahre hin immer gerne aktiv Mannschaftssport wie Fußball oder Handball betrieben hat und bis vor zwei Jahren noch regelmäßig im Cappeler Feld gejoggt ist.

Ganz ohne Aktivität kann der Polit-Pensionär immer noch nicht sein. Neben seinem Amt als Präsident der Medizin-Stiftung ist er auch noch Aufsichtsrats-Vorsitzender  der „Deutschen Vermögensberatungs AG“ (DVAG).  Allerdings will er jetzt als 70-Jähriger keine weiteren Ämter annehmen.

Seinen 70. Geburtstag feiert Friedrich Bohl am Donnerstag im engsten Familienkreis und am Wochenende mit rund 100 geladenen Gästen.

von Manfred Hitzeroth

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