Stifter Dr. Reinfried Pohl (Mitte) übergab den symbolischen Schlüssel an Medizin-Dekan Professor Matthias Rothmund (links) und Bürgermeister Dr. Franz Kahle.
Marburg. Als „sehr beeindruckend“ empfand die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) das neue Lehrgebäude nach einem kurzen Rundgang kurz vor den Reden bei der offiziellen Einweihung. Besonders gefiel ihr die Helligkeit des lichtdurchfluteten Gebäudes, das in Ellipsenform um einen Innenhof angesiedelt ist.
Das Besondere an dem für sechs Millionen Euro errichteten Zentrum für Medizinische Lehre des Fachbereichs Medizin ist, dass es nicht staatlich finanziert wurde, sondern mit dem Geld der Stiftung des Marburger Unternehmers Dr. Reinfried Pohl, der auch gleichzeitig Ehrensenator der Marburger Universität ist. Die Bauzeit dauerte von August 2010 bis August 2011.
Im Jahr 2006 hatte der damalige Medizin-Studiendekan Professor Jochen Werner den Uni-Mäzen Pohl gefragt, ob dieser sich die Finanzierung eines solchen speziellen „Trainingszentrums“ für die praktischen Fertigkeiten der angehenden Ärzte vorstellen könnte. Nach der spontanen Zusage Pohls begannen dann die Vorplanungen, bei denen die Stiftung mit Studierenden und Lehrenden des Fachbereichs Medizin kooperierte.
Modernes „Skills Lab“
Bei der Einweihung machte Werner noch einmal deutlich, wie wichtig ein modernes „Skills Lab“, wie es sich jetzt im neuen Zentrum befindet, für die Ausbildung der Medizinstudenten ist. Bei der Fülle des Wissens, das die Studierenden sich einprägen müssten, bestehe die Gefahr, dass das Feld der manuellen Fertigkeiten vernachlässigt werde. Einfache Routinetätigkeiten von Ärzten wie das Blutabnehmen oder das Abhören von kranken Patienten, aber auch komplexe Operationstechniken können nun in realistischen Übungsumgebungen an Puppen geübt werden.
Zudem gibt es noch einen zweiten Schwerpunkt in dem neuen Zentrum: In zwei Krankenzimmern und zwei Wohnzimmern können Studierende zusammen mit Patienten-Darstellern Gespräche zwischen Ärzten und Patienten einüben. „Gut zuhören können und die richtigen Fragen stellen sind zwei der wichtigsten Fähigkeiten von guten Ärzten“, betonte Medizin-Dekan Professor Matthias Rothmund.
von Manfred Hitzeroth
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