Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Poesie vereint Generationen

Workshop „Weckworte“ Poesie vereint Generationen

Dass Poesie einen emotionalen Zugang zu demenz- und alzheimerkranken Menschen schaffen kann, lernten Marburger Schüler im Workshop „Weckworte“.

Voriger Artikel
Sorge um die Bildungslandschaft
Nächster Artikel
Ferienpass verspricht Ferienspaß

Slam-Poet Lars Ruppel hält Schülerin Arzu Poyrazoglu ein Mikrofon hin, damit sie ihr Gedicht vorträgt.

Quelle: Kathrin Wollenschläger

Marburg. Sprechchöre hallten durch den Saal, rhythmisches Klatschen begleitete Gedichte und Menschen bewegten sich, passend zur Stimmung eines vorgetragenen Textes. Das Publikum zeigte sich begeistert von der Wirkung der unterschiedlichen Werke und den lebendigen Vorträgen der Schüler.

Dabei wurde dem Publikum im Staatlichen Schulamt gerade mal ein geringer Auszug all der Hilfsmittel vorgeführt, die sonst in den Altenheimen im Umgang mit den Demenzkranken eingesetzt werden.

Da wird auch mal gesungen, sich bewegt oder thematisch passende Naturmaterialien wie Laub, Blumen oder Birnen eingesetzt. Durch die intensive Vortragsweise sollen sich die alten Menschen an Worte und Zeilen der Werke erinnern, die sie oftmals aus ihrer Kindheit kennen. Auch sollen ihnen Situationen aus ihrem Leben wieder einfallen.

Angestoßen wurde das Projekt vom Staatlichen Schulamt und dem Marburger Poetry Slammer Lars Ruppel, der das deutsche „Weckworte“-Projekt leitet.

In Workshops lernten die Schüler zunächst, wie man Gedichte lebendig vorträgt, wie das auf ältere Menschen wirkt und was unter Demenz und Alzheimer zu verstehen ist. Im Anschluss führten sie ihre Ergebnisse in Altenheimen vor und ernteten dafür großes Lob und Begeisterung.

„Die haben sich über die Vorführung sehr gefreut und alle richtig mitgemacht“, erzählte Lena Weiand, Schülerin der Wollenbergschule Wetter. Aber auch den Schülern habe das Projekt viel Freude bereitet, sagte Dr. Erika Schnellenberger-Diederich, Lehrbeauftrage des Staatlichen Schulamts.

„Ich finde es toll, dass man einerseits die Lesefähigkeit der Kinder fördern und die Lebensqualität der alten Menschen für ein paar Stunden verbessern kann“, fügte sie hinzu. Schulamtsdirektorin Ute Göbel-Lehnert sprach den Schülern ihre Anerkennung für ihre Leistung aus.

von Kathrin Wollenschläger

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr