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Platsch! Rutschpartie der Röhren-Raser

Schwimmbad Platsch! Rutschpartie der Röhren-Raser

Dutzende Spaß-Schwimmer haben im Aquamar an den 2. Marburger Rutschmeisterschaften teilgenommen. Hat jemand auch den Zeitrekord aus dem Vorjahr gebrochen?

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Spritziger Spaß im Sommer: Die 2. Marburger Rutschmeisterschaften im Aquamar endeten für die Teilnehmer – logischerweise – nass. Fotos: Jonas Hühn / Emily Davies

Marburg. Der Blick in den Tunnel. Durchatmen. Warten auf das Startsignal – und dann mit Schwung hinein ins „Black Hole“, die Wasserrutsche im Aquamar. Zehn Sekunden lang flach liegen, eins werden mit der Bahn. Und dann schlägt er ein, mit voller Wucht, das Wasser spritzt hoch: Der elf­jährige Johannes Schlie ist gerade aus der Wasserrutsche herausgeschossen, klatschnass, und sein Blick richtet sich auf die Zeitmessung. Wie schnell? Reicht es für eine vordere Platzierung, gar den Sieg?

Erst kurz zuvor öffnete sich die Eingangstür des Aquamar und eine tropische Wärme füllt das Schwimmbad. Der Chlorgeruch hängt in der Luft, das Wasser plätschert laut und sprudelt aus allen Löchern. Kreischende und lachende Kinder rennen umher - viele sind wegen einer Rutschpartie hier. Denn auf den Sieg bei der zweiten Marburger Rutschmeisterschaft hatten es einige abgesehen. Auch Johannes Schlie - aber wieso eigentlich? „Ich bin oft hier im AquaMar und dann wurden wir mit Freunden gefragt, ob wir Lust haben, mitzumachen.“ Der Elfjährige war einer von mehr als 40 Teilnehmern, die am Samstag dem 63 Meter langen „Black Hole“ den Kampf ansagten.

Vier Altersklassen

In vier Altersklassen wurde gewertet - und zwar Kinder bis 12 Jahre, Jugendliche bis 16 Jahre und ab 17 Jahre, jeweils männlich und weiblich getrennt. Jeder Teilnehmer in seiner Altersklasse hatte drei Vorläufe und die jeweils besten fünf bekamen die Möglichkeit auf zwei weitere Finalläufe. Alle Rutschenden versuchten so schnell wie möglich durch die Rutsche zu rasen, so dass das Wasser im Lande­becken zu allen Seiten und in die Höhe spritzte. Ein besonderes Gespann bildeten Annette (49) und Kathrin Obermann (21, kleines Foto) - Mutter und Tochter. Bereits seit neun Jahren machen sie die Rutschen deutschlandweit unsicher, nahmen auch schon an den Deutschen Rutschmeisterschaften an der Ostsee teil. Annette Obermann erzählt, dass es vor allem „um den Spaß geht“ und „man mittlerweile wie eine kleine Familie ist, weil man sich jähr­lich bei Wettbewerben trifft.“

Eine aufgeregte Stimmung machte sich unter den Teilnehmern breit, Kinder redeten hastig, weil sie so gespannt waren, ihren Konkurrenten und Freunden ihre Rutschzeit mitzuteilen. „Es ist ungewohnt, weil die Rutsche dunkel ist und dadurch sind die Kurven schlecht absehbar“, sagt Kathrin Obermann nach den ersten Vorläufen des Wettbewerbs.

Das eingespielte Mutter-Tochter-Team rutschte mit einer Zeit von 10,6 Sekunden glatt in die Final­runde. Beim Finale erreichte Annette Obermann mit einer Zeit von 11,0 Sekunden den dritten Platz; Kathrin Obermann, die mit 10,8 Sekunden den zweiten Platz erreichte, sagte jedoch hinterher: „Ich ärgere mich.“

Johannes Schlie hatte allen Grund zur Freude. In der Finalrunde seiner Altersklasse rauschte er mit 10,7 Sekunden auf den ersten Platz. Er strahlte bis über beide Ohren und nahm einen Pokal mit nach Hause.

Den Rekord von 8,6 Sekunden, den Klaus Mertel aus Leonberg vergangenes Jahr aufstellte, erreichte diesmal keiner. Aber da die zweite nicht die letzte Marburger Rutschmeisterschaft gewesen sein soll, wird es noch weitere Chancen geben, den Rekord zu knacken.

von Emily Davies
und Björn Wisker

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