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Planer wollen Uni-Areal aufwerten

Campus-Pläne Planer wollen Uni-Areal aufwerten

Rund um die Campuspläne der Universität informierten Bau-Experten von Stadt und Universität am Mittwochabend rund 300 interessierte Zuhörer.

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So könnte der Parkplatz vor dem Psychologischen Institut aufgewertet werden: Auf diese Grafik aus der vom Stadtplanungsamt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie sieht man ein neues Geb#ude auf der derzeitigen Parkfläche. 

Quelle: Grafik: Stadt Marburg

Marburg. Zwar sind für den naturwissenschaftlichen Campus auf den Lahnbergen die Baufortschritte schon deutlicher zu sehen, dafür gibt es im Lahntal für die Geisteswissenschaften noch mehr zu planen. Auf diesen einfachen Nenner brachte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause den Stand der Campus-Planungen der Universität, für die im „Heureka“-Plan der Landesregierung 440 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Ein großer Anteil daran entfällt auf das Projekt „Neubau Zentrale Universitätsbibliothek“. Krause erläuterte, dass dafür neben der Bausumme von 108,4 Millionen Euro zusätzlich sieben Millionen Euro aus dem „Heureka“-Topf zur Verfügung stehen, die für die Erstausstattung der neuen Bibliothek verwendet werden, beispielsweise für Stühle, Tische und Regalsysteme.

Einweihung im Mai 2017

Die Feinplanung in Sachen Bibliotheksbau erklärte Raphael Kückmann (Hessisches Baumanagement). Im März 2014 beginnt der Neubau offiziell mit der Herstellung der Baugrube: Von Oktober 2014 bis Dezember 2015 steht der Rohbau der beiden Hauptteile an. Das gläserne Atrium, das diese Gebäudeabschnitte verbinden soll, wird wie die Fassade ab Januar 2016 gestaltet. Der derzeitige Eröffnungstermin ist der Mai 2017.

Architekt Norbert Sinning vom Büro, das den Siegerentwurf vorgelegt hatte, erläuterte noch einmal, dass die neue UB eine Art „langgestreckter Riegel mit Zwischenraum“ sein solle. Bei der Fassaden-Gestaltung wolle man Farbelemente des Schäfer-Baus und der angrenzenden Hautklinik, in der die Bibliotheks-Verwaltung einziehen soll, verwenden.

Zudem werden Gestaltungselemente aus der Marburger Oberstadt wie Treppen und Terrassen in dem Bau wieder aufgenommen werden.

Konkreter werden jetzt auch die Vorplanungen für das Parkdeck an der derzeitigen Uni-Bibliothek, erläuterte Uni-Baudezernent Dr. Eckhart Diehl. In dem dreistöckigen Parkdeck, das 2015 errichtet werden soll, will die Uni insgesamt 500 laut der Stellplatzsatzung notwendige Parkplätze vorhalten, außerdem sollen in einem „Public Private Partnership“-Projekt auch noch 500 öffentliche Parkplätze entstehen. So soll ein Parkhaus mit einer Kapazität von 1000 Parkplätzen für Autos für eine Summe von 12 Millionen Euro entstehen. Zusätzlich soll es dort eine überdachte Stellfläche für 250 Fahrräder geben.

Elf Parkplätze an der neuen Bibliothek

Ein Bus-Shuttle in Kooperation mit den Stadtwerken könnte aus Sicht der Uni-Baufachleute dafür sorgen, die Parkenden von dem Parkplatz an der alten UB zum rund einen Kilometer entfernten neuen „Campus Firmanei“ am Botanischen Garten zu transportieren. An der neuen Bibliothek in der Innenstadt sollen nur acht Behinderten-Parkplätze und drei Parkplätze für Versorgungsfahrzeuge zur Verfügung stehen.

Im Zuge der Uni-Planungen könnte auch das Gelände vor dem Psychologischen Institut in der Gutenbergstraße eine städtebauliche Veränderung erhalten. Die zusammen mit dem Architekten Ferdinand Heide (Frankfurt) entwickelte Zukunftsvision stellte Reinhold Kulle, Leiter des Stadtplanungsamtes vor. „Bisher ist uns für dieses Areal im Südviertel städtebaulich zu wenig eingefallen“, bekannte Kulle. Damit meinte er vor allem die Parkflächen im Dreieck zwischen der Psychologie sowie der Frankfurter Straße und der Gutenbergstraße. Auch wenn der parkähnliche Rasen vor dem Psychologie-Institut beibehalten werde, stehe aber noch genügend Platz zur Verfügung, um auf den Parkflächen ein 4000 Quadratmeter umfassendes Uni-Gebäude zu errichten, das als Studentenwohnheim oder Institut genutzt werden könnte.

Dieses sei alles noch Zukunftsmusik, sagte Kulle. „Aber wir müssen Perspektiven entwickeln, um offene Fragen in neue Visionen zu überführen“.

Anlass für die Zukunftsplanungen war auch die Tatsache, dass das Studentenwerk in unmittelbarer Nähe am alten Arbeitsgericht ein Studentenwohnheim mit 60 Wohnungen errichten möchte (die OP berichtete).

von Manfred Hitzeroth

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