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Pilgrimstein bleibt bis zum Jahresende Baustelle

Marode Stützmauer Pilgrimstein bleibt bis zum Jahresende Baustelle

Noch bis Ende des Jahres und damit länger als geplant wird die Baustelle am Pilgrimstein bestehen bleiben.

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Die Stützmauer zum Pilgrimstein im Alten Botanischen Garten (oberes Bild) wird vom Pilgrimstein aus mit Zement injiziert, um den Untergrund zu festigen (unten).

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die marode Stützmauer am Pilgrimstein wird grundlegend saniert werden. Die Mauer neigt sich vom Schlossberg weg und zum Alten Botanischen Garten hin. Das liegt daran, dass sich der obere Felshorizont unter der Mauer zunehmend zersetzt. Insbesondere im vorderen Bereich wird die Standfläche der Mauer deswegen stetig weicher, so dass sie immer schneller nach vorne kippt.

Da die Mauer unter Denkmalschutz steht, kann man sie, selbst wenn man es wollte, nicht einfach wegnehmen und durch eine moderne Betonmauer ersetzen.

Nachdem die Stützmauer neu verfugt worden ist, werden nun vom Straßenniveau aus etwa 600 Injektionslanzen, mit einer Länge von jeweils fünf Metern und einem Durchmesser von 15 Zentimetern, durch Bohrungen nach und nach vom Straßenniveau aus eingebracht.

Durch die Öffnungen wird Beton gespritzt. Dadurch wird, so erklärt es Baudirektor Jürgen Rausch, der Baugrund unter der Mauer verfestigt und stabilisiert. Unterhalb der Mauer entstehen 230 Betonsäulen. Außerdem wird die Mauer auf zwei Höhenniveaus auch horizontal durch Betoninjektionen gestützt.

Verfahren wurde schon in Ritterstraße angewendet

Seit Frühjahr dauern die Bauarbeiten an, die eigentlich im Herbst abgeschlossen sein sollten. Das wird die Stadt nicht ganz schaffen, sagt Rausch, der als neuen Zeitpunkt für den Abschluss der Bauarbeiten nun Ende des Jahres nennt.

Das gesamte Projekt kostet etwa 1,5 Millionen Euro, wobei ein Teil des Geldes aus Städtebaumitteln des Landes und des Bundes kommt. Das aufwändige Verfahren hat die Stadt bereits bei der Sanierung einer Stützmauer in der Ritterstraße angewandt, in den frühen 1990er-Jahren.

Für die Dauer der Bauarbeiten fließt der Verkehr nur auf der bergseitig gelegenen Straßenseite. Der Gehweg auf der Gartenseite ist gesperrt. Der Radverkehr in Richtung Elisabethkirche ist derzeit nicht möglich. Der Schwerlastverkehr darf den Pilgrimstein zur Zeit nicht befahren.

Rausch geht davon aus, dass der Pilgrimstein nach Ende der Bauarbeiten wieder so wie früher benutzt werden kann. Die Mauer habe ihre alte Stabilität dann wieder, so der Baudirektor. Eine andere Frage, die von der Politik zu beantworten ist, ist aber, ob nach Fertigstellung der Universitätsbibliothek und dem Entstehen des Campus Firmanei südlich der jetzigen Baustelle noch Autos erwünscht sind. Radfahrer und Fußgänger werden sicherlich die Szenerie zwischen neuer UB und Sprachatlas dominieren.

Grüne und Linke haben deswegen gefordert, den nördlichen Teil des Pilgrimstein zu sperren und die Anfahrt zum Parkhaus nur aus südlicher Richtung zu ermöglichen.

von Till Conrad

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