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Pilger übernachten in der Kirche

Glauben und Religion Pilger übernachten in der Kirche

Ein Pilgerfest ist am Wochenende in der Elisabethkirche gefeiert worden.

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Die Pilger laufen feierlich durch den Gang in der Elisabethkirche zum Start des Gottesdienstes. Fotos: Hanna Prior

Marburg. Erschöpft, doch durchaus zufrieden sehen die vier Männer aus, die am Sonntag in den grauen Morgenstunden vor der Elisabethkirche sitzen.

Verständlich nach solch einer außergewöhnlichen Nacht, denn die Dillenburger haben nach ihrer Pilgerfahrt gemeinsam mit zahlreichen anderen Gläubigen in der Kirche geschlafen. Die heilige Elisabeth, Patronin von Hessen und Thüringen und Sinnbild der Nächstenliebe, ist für viele Pilger eine Identifikationsfigur und veranlasst auch heute noch jedes Jahr etliche Menschen, an ihre Grabkirche in Marburg zu pilgern.

Alle Wallfahrer ziehen durch das Kirchengebäude

Am Pilgerwochenende wurden Gruppen aus Frielendorf, Herzhausen, Willingen und Edersbach sowie die Assisi-Pilger und die Pilgerstammtische aus Darmstadt und Kassel in Marburg empfangen. Das i-Tüpfelchen war sicherlich die anschließende Übernachtung in der schönen gotischen Kirche, dem Ziel der Reise. Beim Gottesdienst am Sonntag zogen alle Wallfahrer in einer festlichen Zeremonie gemeinsam durch das Kirchengebäude.

Für die vier Dillenburger waren das die letzten feierlichen Meter ihrer Pilgerfahrt; 50 Kilometer haben sie in den letzten zwei Tagen zurückgelegt und haben viele wertvolle Erfahrungen gemacht. So sind sie zum Beispiel überwältigt von der Gastfreundschaft der Anwohner.

„Alle begegnen einem mit Freundlichkeit und Offenheit. Man läuft nicht nur für sich, sondern für andere“, erklärt Michael Weber, der mit seinen Gefährten Friedhelm Akva, Markus Menkel und Harald Hein zu Fuß an der Philippsbuche bei Edersbach startete.

Pilgersuppe als Stärkung auf dem Kirchenvorplatz

In ihrem kleinen, gebrauchten Pilgerheft haben sie einen Spruch von Klaus Peter Hertzsch gefunden, den sie zur Devise ihrer Wanderung ernannten: „Wir wissen nicht, ob wir ans Ziel gelangen. Doch gehen wir los. Dann reiht sich Schritt an Schritt. Und wir verstehen zuletzt: das Ziel ist mitgegangen.“

Bis mittags tummelten sich die Pilger und Gottesdienstbesucher auf dem Vorplatz der Elisabethkirche und ließen das Pilgerfest schließlich bei schlichter, aber stärkender Pilgersuppe, Kaffee und Kuchen und vielen Begegnungen und Gesprächen ausklingen.

von Hanna Prior

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