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Pflege nicht nur ein Hilfsberuf

Diskussion zu Pflegeberufen Pflege nicht nur ein Hilfsberuf

Wie kann eine flächendeckend gute Versorgung mit Hausärzten und eine gute Pflege sichergestellt werden. Darüber diskutierte Kordula Schulz-Asche mit 30 Gästen im TTZ.

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Kordula Schulz-Asche (von links), Dr. Elke Neuwohner und Dr. Friedrich Heubel diskutierten über die Zukunft der medizinischen Versorgung.Foto: Till Conrad

Marburg. Schulz-Asche, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, war auf Einladung von Dr. Elke Neuwohner, der Spitzenkandidatin der Grünen fürs Stadtparlament, nach Marburg gekommen. Die Pflege sei nicht nur ein „Hilfsberuf“ für Ärzte, sagte Schulz-Asche. Sie regte die Gründung einer „Pflegekammer“ analog zur Ärztekammer an, um die Interessen der Pflegeberufe besser zu vertreten.

Der Medizinethiker Dr. Friedrich Heubel ergänzte: „Der Pflegeaufwand muss dringend in den Fallpauschalen (DRG) abgebildet werden, die die Krankenkassen je nach Fallschwere zahlen.“ Schulz-Asche stimmt da zu: Man brauche zumindest einen „Orientierungsrahmen“ darüber, wer für welchen Fall welche Betreuung braucht. Und: Mangelnde Betreuung oder Pflege ist eine Menschenrechtsverletzung, sagte Schulz-Asche. Dieses Bewusstsein gelte es, zu verbreitern.

Um eine flächendeckend gute Versorgung für die Zukunft sicherzustellen, setzt die Gesundheitsexpertin auch auf angestellte Ärzte. Sie stellte jedoch klar: „Die Kassenärztliche Vereinigung ist diejenige, die die ambulante Versorgung sicherstellen muss, nicht ein Kreis oder eine Kommune.“ Heubel wies aber darauf hin, dass die Gründung Ärztlicher Bereitschaftsdienst-Zentren im Landkreis wie andernorts „die Patienten in die Krankenhäuser getrieben“ habe, wohin sie nicht gehörten. Er wünscht sich mehr Druck für eine integrierte Versorgung.

Die UKGM-Pläne für einen Gesundheitscampus auf den Lahnbergen gehen zwar in diese Richtung, wurden aber von der Mehrzahl der Anwesenden skeptisch gesehen. „Ohne einen gesamtgesellschaftlichen Akteur geht es nicht auf dem Feld der flächendeckenden Versorgung“, sagte Heubel. Privatwirtschaftliche Akteure seien keine Lösung.

von Till Conrad

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