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Pfarrerin sprüht vor Lebensfreude

Kirche Pfarrerin sprüht vor Lebensfreude

Monatelang war das evangelische Pfarrhaus in Michelbach unbewohnt, doch seit Ende Juli ist neues Leben eingezogen. Am Sonntag stellte sich die neue Pfarrerin Barbara Grenz in einem Begrüßungsgottesdienst ihrer Gemeinde vor.

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Pfarrerin Barbara Grenz mit ihrem Mann Reinhard vor dem Kirchentor.Foto: Kristina Gerstenmaier

Michelbach. „Ich wünsche mir für meine Amtszeit in Michelbach Augen, die einander sehen, so wie Jesus die Menschen gesehen hat“, sagte Pfarrerin Barbara Grenz in den voll besetzten Kirchenraum hinein, wo die Menschen ihr gebannt an den Lippen hingen.

Denn die neue Pfarrerin hat Ausstrahlung und sprüht vor Lebensfreude. Die Menschen waren am Sonntag so zahlreich in die Michelbacher Martinskirche gekommen, um die neue Pfarrerin zu begrüßen, dass die Sitzplätze bei weitem nicht ausreichten.

Nachdem ihre Pfarrstelle in Korbach/Eppe nach 21 Jahren gestrichen worden war, hatte sich die 54-Jährige gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard nach einer neuen Aufgabe umsehen müssen. Die drei Kinder sind bereits aus dem Haus, sodass einem Umzug nicht viel im Wege stand. Bereits seit März ist Reinhard Grenz als Religionslehrer in der Marburger Waldorf-schule tätig.

Im Anschluss an den Gottestdienst stand Barbara Grenz in der Kirchentür, um den Michelbachern persönlich zu begegnen. Die meisten schüttelten ihr herzlich die Hand, viele umarmten sie. Mit einer Herzlichkeit, als käme sie nicht, sondern ginge nach vielen Jahren. Wie hat sie es nur geschafft sich in so kurzer Zeit, so beliebt zu machen? „Für mich ist wichtig: Gott hat uns den Geist der Kraft und nicht der Verzagtheit gegeben“, sagt Grenz. „Man muss auf die Menschen zugehen, sich für sie interessieren und ihnen zuhören. Dann kommt auch viel zurück.“

Familie, Musik und Offenheit, das sind die Stichworte, unter die sie ihre Tätigkeit stellen möchte. Sie veranstaltet gerne Familien- und Kleinkindgottesdienste, ihr Pfarrhaus soll immer offen für Jung und Alt sein und sie möchte „die schönen Gemäuer der Martinskirche auch einmal verlassen und dahin ausziehen, wo die Menschen zu Hause sind.“ Aber das, so sagt sie bescheiden, sei alles nichts Neues, sondern auch von dem in den Ruhestand gegangenen Pfarrer Wild bereits praktiziert worden.

Wie die Michelbacher ist auch Dekan Burkhard zur Nieden von der neuen Pfarrerin begeistert und schwärmt von ihrer außergewöhnlichen Befähigung und Begabung. „Michelbach ist eine sehr bekannte Pfarrstelle, Frau Grenz tritt in große Fußstapfen und sie wird sie füllen“, so zur Nieden.

Und doch, gesteht Barbara Grenz, kommt sie mit gemischten Gefühlen in den Marburger Stadtteil. Der Zauber des Anfangs vermische sich mit der Trauer, weggehen zu müssen. Aber sie ist sicher, dass sie auch in Michelbach ihre Wege findet.

von Kristina Gerstenmaier

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