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Pfadfinder ernten 600 Kilo Äpfel

Für den guten Zweck Pfadfinder ernten 600 Kilo Äpfel

Aus den Äpfeln, die Pfadfinder bei Michelbach ­ernteten, wird demnächst Saft - und der Erlös aus dem Verkauf dieses Safts ist für Aufklärungsarbeit zum „Schutz vor Ebola“ in Sierra Leone bestimmt.

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Apfelernte für den guten Zweck: Die Früchte von rund 300 Bäumen in Michelbach, aus denen Saft gekeltert wird, kommt der Ebola-Aufklärungsarbeit von Terra Tech zugute.

Quelle: Elvira Rübeling

Michelbach. Rund 500 verschiedene Apfelsorten gedeihen auf den drei Streuobstwiesen rund um Michelbach. Am Sonntagvormittag kamen auf der Wiese, die an das Neubaugebiet Nord grenzt, rund zehn Kinder und Jugendliche der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg unter der Obhut ihrer Leiterinnen Angelika Bursch und Eva-Maria Eifler zusammen.

Sie waren dort zur Apfelernte mit weiteren freiwilligen Helfern, den Mitarbeitern von Terra Tech Förderprojekte Marburg und Dr. Hans Erwin Pauly vom Verein zur Förderung historischer Apfelsorten verabredet.

Mit der von Pressesprecher Christian Schmetz und Mitarbeiterin Leonie Dylla von Terra Tech ins Leben gerufenen Initiative, soll in diesem Jahr aus der Ernte alter Apfelsorten Apfelsaft gewonnen werden. Der Verkaufserlös ist für die Vereins- und Aufklärungsarbeit zum „Schutz vor Ebola“ in Sierra Leone bestimmt.

Bevor sich die Kinder und Jugendlichen mit Feuereifer an den rund 300 hochstämmigen Apfelbäumen zu schaffen machten, informierte Pauly über die Ausgleichsmaßnahme in der Ansiedlung Michelbach Nord. Diese habe so wie auch die beiden anderen Streuobstwiesen, die angrenzende Bürgerwiese und Hessenwiese, großen Anklang bei den Bürgern gefunden. Die Betreuung der Wiesen, die sich im Besitz der Stadt Marburg befinden, werde von den Nachfolgefirmen der ehemaligen Behringwerke und der Michelbacher Bevölkerung unterstützt.

Die wissenschaftliche Arbeit, die mit dem Erhalt der historischen Apfelsorten verbunden ist, leistet größtenteils der Kreisobstbaumberater Dr. Norbert Clement vom Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Das Ergebnis der Züchtungen zeige sich aber immer erst dann, wenn ein Apfelbaum nach rund zehn Jahren seiner Pflanzung zum ersten Mal Früchte trage. Erst daran könne sicher festgestellt werden, ob es sich nun tatsächlich um die vermeint­lich historische Sorte handelt.

Auf der sogenannten historischen Wiese wachsen rund 150 historische Apfelsorten, die alle aus der Zeit vor 1880 stammen.

Auf die Sorten englische Spitalrenette, die französische Goldrenette und die Sorte Rote Walze, die in der Rhön wiederentdeckt wurde, seien die rund 25 Vereinsmitglieder besonders stolz. Keine der historischen Sorten gebe es mehr in Baumschulen zu kaufen, verriet Dr. Norbert Clement. Die Astschnitte würden von Gleichgesinnten an Gleichgesinnte weitergereicht. Es findet lediglich eine Beweidung durch Schafe statt.

So wachsen die Früchte in der reinen Natur, was der Geschmack der Äpfel, deren Mischung und der daraus gewonnene Apfelsaft beweise.

600 Kilo Äpfel wurden am Sonntag von den Marburger „Pfadfindern“ geerntet. Daraus entstehen nach dem Keltern in einer Schweinsberger Kelterei rund 400 Liter Apfelsaft.

Der Verein Terra Tech, der den Verkauf auch organisieren wird, war auch schon bei der Anpflanzung der historischen Apfel­bäume, die in diesem Jahr zum ersten Mal Früchte tragen, mit dabei.

von Elvira Rübeling

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