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Persönliche Zugänge zum Glauben

Ökumenegespräch Persönliche Zugänge zum Glauben

„Lebensgeschichten - Glaubensgeschichten“: Das ist der Titel des 15. Marburger Ökumenegesprächs, das am 28. ­Januar in der Alten Aula der Universität stattfindet.

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Mitglieder des Organisationsteams (von links): Dr. Markus Dersch, Kariona Kupka, Dr. Kerstin Weinbach, Dechant Franz Langstein und Dekan Burkhard zur Nieden präsentieren das Plakat für das 15. Ökumenegespräch.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. Auch in diesem Jahr fanden die Organisatoren wieder drei hochkarätige Referenten: Friedrich Schorlemmer, Annette Schavan sowie Professor Kurt Flasch. Ihnen wurde zur Aufgabe gestellt, dass sie in ihren Vorträgen über ihre ganz persönlichen Zugänge zum christlichen Glauben berichten. Welche Rolle spielte ihre christliche Sozialisation für ihren beruflichen Werdegang und ihr gesellschaftliches Engagement? Und gab es dabei eventuell einen Unterschied durch verschiedene Konfessionen?

„Wir haben uns ganz bewusst einmal für ein etwas anderes Thema entschieden“, sagt Mitorganisator Franz Langstein, Dechant der Katholischen Kirche aus Marburg.

Seit rund 30 Jahren bereits finden die Marburger Ökumenegespräche alle zwei Jahre Ende Januar statt. Dieses Mal wurde wegen des Reformationsjahrs 2017 zwischenzeitlich ein Jahr ausgesetzt.

Das erläuterte die Marburger Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach bei der Vorstellung des Programms im Marburger Rathaus.

Schavan, Schorlemmer und Flasch kommen

Die Stadt Marburg organisiert die Ökumenegespräche tradi­tionsgemäß gemeinsam mit der evangelischen und katholischen Kirche sowie den Hochschul-Fakultäten für evangelische und katholische Theologie. Und dieses sind in diesem Jahr die drei eingeladenen Referenten:

Annette Schavan gilt als Vertreterin des „rheinischen Katholizismus“, erläutert Dr. Markus Dersch vom an die Marburger Universität angegliederten Katholisch-Theologischen Seminar. Das bedeute, dass ihr Leben sowohl durch eine Verwurzelung im Glauben als auch durch eine pragmatische und tolerante Herangehensweise geprägt sei. Nach dem abrupten Ende ihrer politischen Karriere als Bundesministerin nach der Aberkennung ­ihres Doktorgrads 2013 wurde die Katholikin, die Katholische Theologie, Philosophie und ­Erziehungswissenschaft studiert hatte, Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin. Im Juli 2014 trat sie ihren Dienst als Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim ­Heiligen Stuhl an.

Die evangelische Seite vertritt beim Ökumenegespräch Friedrich Schorlemmer, der als einer der profiliertesten Vertreter der früheren Bürgerrechtsbewegung gilt. Der Pfarrerssohn war nach dem Studium der evangelischen Theologie zunächst von 1971 bis 1978 Studentenpfarrer in Merseburg. Von 1978 bis 1992 lehrte er als Dozent am Evangelischen Predigerseminar und war Prediger an der Schlosskirche in der Lutherstadt Wittenberg. Von 1992 bis 2007 war Schorlemmer schließlich Studienleiter der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt. In seinem Buch „Unsere Erde ist zu retten“ plädiert Schorlemmer für einen sozialen und ökologischen Umbruch.

Dritter Referent ist der ­Philosoph Kurt Flasch. Der nach eigenen Angaben aus ­einem liberalen katholischen Elternhaus stammende emeritierte Professor­ distanzierte sich in seinem 2013 erschienen Buch „Warum ich kein Christ mehr bin“ vom christlichen Glauben.

Als Gegenpart der beiden überzeugten Christen Schorlemmer und Schavan soll Flasch seine Abkehr vom Glauben erläutern. „Auf rationaler Ebene­ finde ich seine Argumentation­ schon überzeugend“, erklärt dazu der evangelische Dekan Burkhard zur Nieden, einer der Organisatoren des Ökumenegesprächs. Letztlich setze er aber dagegen seine „Gewissheit des Glaubens“, meint Nieden.

  • Das 15. Marburger Ökumenegespräch findet am Samstag, 28. Januar, ab 9 Uhr in der Alten Aula der Universität, Lahntor, statt. Nach den drei Hauptreferaten erfolgt gegen 11.15 Uhr eine Aussprache. Der Nachmittag ist dann ab 14.15 Uhr reserviert für eine Gesprächsgruppe, in der die Themen vertieft werden können. Zum Abschluss findet ab 15.45 Uhr traditionsgemäß ein ökumenischer Gottesdienst in der Universitätskirche mit Dechant Dr. Franz Langstein und Dekan Burkhard zur Nieden statt.

von Manfred Hitzeroth

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