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Pech für Rechenkünstler am Parkscheinautomaten

Parkgebühr Pech für Rechenkünstler am Parkscheinautomaten

Zum 1. April 2013 müssen Falschparker in deutschen Städten tiefer in die Tasche greifen - damit weniger Autofahrer in Versuchung geraten, „Knöllchen-Lotto“ zu spielen.

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Marburg. „Bei uns würde es sich gar nicht unbedingt lohnen, den Strafzettel zu riskieren, statt einen Parkschein zu ziehen“, sagt Ralf Laumer. Der Pressesprecher der Stadt Marburg rechnet vor: „Wer zehn Stunden lang in einer Zone parkt, die 40 Cent pro halber Stunde kostet, zahlt acht Euro“. Die Gefahr, in diesem Zeitraum zweimal erwischt zu werden, sei nicht eben gering. „In der Regel werden die Marburger Parkflächen mehrfach täglich kontrolliert“, sagt Laumer: „Beim ersten Mal kostet das den Falschparker fünf Euro, bei der zweiten Kontrolle wird das erste Knöllchen wieder einkassiert, und das zweite kostet dann 25.“ An Stellen, wo viele Verstöße registriert werden, gebe es auch entsprechend mehr Kontrollen, erklärte der Pressesprecher

Dass im Bundesverkehrsministerium etwas anders gerechnet wird als in Marburg, dürfte daran liegen, dass in deutschen Großstädten die Parkgebühren zum Teil deutlich höher sind, die verhängten Verwarngelder sich jedoch im gleichen Rahmen bewegen wie überall. Die Sätze der Verwarngelder sind seit 1990 nicht mehr angehoben worden.

Wenn die neue Verordnung aus dem Bundesverkehrsministerium den Bundesrat passiert, erhöhen sich die einzelnen Knöllchentarife ab April kommenden Jahres um jeweils fünf Euro.

Künftig zehn statt bisher fünf Euro

Das bedeutet im Einzelnen: Wer sich beim Überschreiten der erlaubten Parkdauer um bis zu 30 Minuten erwischen lässt, muss künftig 10 statt bisher 5 Euro zahlen. 15 Euro Verwarnung werden für Überschreitungen bis zu einer Stunde fällig, 20 Euro für bis zu zwei Stunden, 25 Euro für bis zu drei Stunden und 30 Euro für noch längere Verstöße.

Der Höchstsatz für Falschparker von 35 Euro soll weiterhin gelten, wenn es um schwerere Verstöße wie das Zuparken von Feuerwehrzufahrten und Behindertenparkplätzen geht.

Ein Ministeriumssprecher sagte gestern, dass die neuen Sätze die Zahlungsmoral parkender Autofahrer heben sollen, dass jedoch auch mit höheren Einnahmen für die Kommunen zu rechnen sein dürfte. Wie viel Geld Marburg etwa bisher aus gebührenpflichtigen Verwarnungen von Falschparkern einnimmt, lasse sich nicht auf Euro und Cent ausrechnen, sagte Laumer: „Das liegt daran, dass alle Bußgelder in einen städtischen Topf fließen.“

von Carsten Beckmann

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