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Patrick Tiede übernimmt OP-Berichterstattung

NSU-Prozess Patrick Tiede übernimmt OP-Berichterstattung

Viele Glückwünsche, aber auch kritische Stimmen landeten in der Redaktion, nachdem feststand, dass die Oberhessische Presse einen der begehrten Beobachterplätze beim NSU-Prozess zugelost bekommen hat.

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Der stellvertretende OP-Chefredakteur Till Conrad gegenüber dem HR: „Qualität ist keine Frage der Auflagenhöhe.“

Quelle: Andreas Arlt

Marburg. Die OP produziert seit drei Jahren von Marburg aus den Nachrichtenteil für zwei hessische Partnerverlage und arbeitet dabei eng mit dem Berliner Büro der Mediengruppe Madsack und den übrigen Titeln der Madsack-Gruppe zusammen.

Das Losglück wollte es, dass die OP-Leser direkt aus dem Gerichtssaal mit Berichten vom NSU-Prozess versorgt werden. Inzwischen steht fest: Redakteur Patrick Tiede aus der Hauptstadt-Redaktion wird für die Titel der Mediengruppe aus München berichten. „Tiede beschäftigt sich seit mehr als einem Jahr intensiv mit den Verbrechen der NSU und der damit zusammenhängenden Diskussion“, erklärt OP-Chefredakteur Christoph Linne.

Verzögerung des Prozessbeginns möglich

„Damit haben wir einen überaus profilierten Kollegen für die Berichterstattung über den NSU-Prozesse vor Ort“, ergänzte der stellvertretende OP-Chefredakteur Till Conrad im Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk, der selbst keinen Platz erhalten hat. Die Oberhessische Presse und die Mediengruppe Madsack erhalten unterdessen einige Anfragen anderer Medien und Journalisten zur Zusammenarbeit oder Kooperation.

„Wir stimmen uns gegenwärtig ab, wie eine solche Zusammenarbeit aussehen könnte“, so Linne. Nach der umstrittenen Verlosung der Presseplätze im Münchner NSU-Prozess muss sich das Bundesverfassungsgericht erneut mit dem Vergabeverfahren befassen. Am Dienstag ging in Karlsruhe die Verfassungsbeschwerde des freien Journalisten Martin Lejeune ein, wie das Gericht der Deutschen Presseagentur bestätigte. Er hatte seine Reservierung aus dem ersten Akkreditierungsverfahren bei der Neuverlosung der Plätze am Montag verloren. Die "Welt"-Gruppe und die "Zeit" wollen hingegen vorerst auf eine Klage verzichten, um den Prozessbeginn am 6. Mai nicht zu gefährden. Die Angehörigen der NSU-Opfer befürchten, dass der Prozessbeginn sich weiter verzögern könnte.

„Durch unsere erfolgreiche Bewerbung schränken wir als Lokalzeitung die öffentliche Berichterstattung doch nicht ein“, sagte Conrad. Die Fehler, die im Vergabeverfahren gemacht worden seien, seien aber durch das Losverfahren nicht geheilt worden. „Hätte sich das Gericht zu einer öffentlichen Videoübertragung entschieden, hätte es diese Diskussion nicht gegeben“, sagte Conrad. Qualität sei keine Frage der Auflagenhöhe, so Conrad weiter.

Vor diesem Hintergrund wollte Christoph Linne nicht näher auf manch einen abwertenden Kommentar im Internet eingehen: „Wir freuen uns über unser Losglück und sind uns der Verantwortung, die damit verbunden ist, vollauf bewusst.“

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