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Paternoster-Parkhaus sorgt für Debatte

Parken in Marburg Paternoster-Parkhaus sorgt für Debatte

Der mögliche Bau eines Paternoster-Parkhauses in der Universitätsstraße, das die Stellplatzsorgen für Shopping-Fans und Oberstadtanwohner lindern soll, beschäftigt Politiker und Initiativen.

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Bekommt eventuell einen Nachbarn: Nahe des City-Parkhauses, auf dem Kundenstellplatz in der Universitätsstraße, könnte bald ein weiteres Innenstadt-Parkhaus gebaut werden.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Prinzipell ist nichts gegen ein Parkhaus an dieser Stelle einzuwenden, es muss sich aber architektonisch dem umliegenden Feld anpassen“, sagt Claus Schreiner, Sprecher der Initiativgruppe Marburger Stadtbild und Stadtentwicklung (IG MARSS). Es gelte den Denkschmalschutz – etwa das Verwaltungsgebäude des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften zu beachten.

„Die Stadt muss Investoren da ganz klare Vorgaben zur Gestaltung machen, diese nicht bauen lassen, wie sie wollen. Sonst droht so ein Bau richtig hässlich zu werden“, sagt er. Es werde ohnehin „schwierig“ eine „ansprechende Optik“ für einen Funktionsbau wie ein Parkhaus umzusetzen. Schreiner sieht ein weiteres Problem: Hinter dem Sparkassen-Grundstück verlaufe ein Stadtmauer-Rest, „den man gerade aus Denkmalschutzgründen nicht zuballern darf“.

„An dieser Stelle ist eine besondere Sensibilität bei der Einfügung eines neuen Baukörpers gefordert. Ein architektonisches Desaster wie bei den beiden Erlenring-Einkaufszentren darf sich nicht wiederholen“, sagt Dirk Bamberger, CDU-Oberbürgermeisterkandidat. Er fordert eine frühzeitige Einbeziehung des Denkmalbeirats.

Auto wird automatisch in Parkbox befördert

Als „verkehrspolitisch und städtebaulich von vorgestern“ bezeichnete Jan Schalauske (Linke) die Idee zuletzt. Michael Selinka, FDP-Stadtverordneter sieht das anders: „Ein weiteres zentrales Parkhaus ist keine Idee von vorgestern, sondern von morgen. Aber ein solches Parkhaus muss leistungsfähig sein. Wir müssen endlich wieder Parkplätze in zentraler Lage schaffen, um nicht komplett von Wetzlar und Gießen abgehängt zu werden.“  Die „gegenwärtige Parkplatz-Misere in der Innenstadt“ schade dem Einzelhandel.

Der CDU-Fraktionschef Wieland Stötzel kritisiert, dass in Marburg der „Individualverkehr stigmatisiert“ werde. Dadurch würden Bewohner mit schlechter Nahverkehrsanbindung – vor allem in den Außenstadtteilen  sowie ältere Bürger – „erheblich benachteiligt“. Es sei „wichtig, dass die „Schaufenster der Stadt attraktiv und erreichbar bleiben“, sagt Uwe Volz (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses.

Das Prinzip des Paternoster-Parkhauses: Das Auto wird nach dem Abstellen automatisch in eine Parkbox befördert, zu der niemand Zugang hat. Sobald der Fahrer bei der Rückkehr ins Parkhaus das Ticket bezahlt hat, steht der Wagen im Übergaberaum bereit.  

„Öffentlicher Raum, verfügbare Flächen sind hier ein knappes Gut. Und wenn man die schon für das Abstellen von Autus nutzt, dann muss das effizient geschehen – das erfüllt dieses angedachte Parkhaus“, sagt Volz.  

Vergangene Woche bestätigte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) OP-Informationen, wonach es „Interessensbekundungen von Investoren“ für den Parkhausbau an dem Standort gebe.

Der Grundstückseigentümer, die Sparkasse Marburg-Biedenkopf erklärt auf OP-Anfrage, dass sie noch keine konkrete Anfrage für den Verkauf erhalten habe, dementsprechend
gebe es auch keine tiefergehende Diskussion oder Entscheidung dazu.

CDU-Politiker Stötzel fordert indes neben Parkplätzen die Installation eines modernen Parkleitsystems, „damit der Suchverkehr reduziert wird“. Volz verweist auf den aktuellen Stadt-Haushalt, in welchem die Verbesserung des Parkleitsystems bereits vorgesehen sei.

von Björn Wisker

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