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Partygast pöbelt Türsteher an

Aus dem Gericht Partygast pöbelt Türsteher an

Weil ein Security-Mitarbeiter ihn nicht in eine Marburger Bar lassen wollte, drohte ein wütender Gast mit Ärger und Schusswaffengebrauch.

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Trotz einschlägiger Vorstrafen und der Androhung eines Schusswaffengebrauches beließ es das Gericht bei einer Bewährungsstrafe für den Angeklagten.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Marburg. Seine fruchtlose Drohung samt eines missglückten Autodiebstahls einige Zeit später kamen schlecht an vor Gericht. Nur sein volles Geständnis rettete den bereits einschlägig Vorbestraften vor einer Haftstrafe.

Der 27-Jährige wurde nicht zum ersten Mal zu Bewährung und Arbeitsstunden verdonnert. Im August 2014 hatte sich der junge Mann auf eine feucht-fröhliche Partynacht in der Marburger Oberstadt eingerichtet – in die Kneipe seiner Wahl kam er jedoch nicht hinein, in der hatte er bereits zuvor Hausverbot erhalten.

Verärgert über die Ablehnung begann er einen Streit mit dem Türsteher, drohte diesem angeblich, eine berüchtigte, bewaffnete Motorradgang auf ihn zu hetzen. Sollte er nicht eingelassen werden, „dann wird geschossen“, drohte der aufmüpfige Gast.

Angeklagter gibt
 Drohung und Diebstahl zu

Einige Monate später versuchte er, einen Mercedes in einem Autohaus zu entwenden. Um sich angeblich den Innenraum des 25.000 Euro teuren Wagens anzusehen, ließ er sich den Autoschlüssel geben.
Obwohl er wusste, dass zu diesem Zeitpunkt kein Haftpflichtversicherungsschutz für den Mercedes bestand, fuhr er in einem unbeobachteten Moment davon.

Ein Ziel oder einen Plan, was er mit dem gestohlenen Wagen anstellen wollte, hatte der Mann dabei nicht. Sowohl den Diebstahl wie auch die Drohung gegen den Barmitarbeiter gab er vor Gericht zu. Lediglich die Motorradgang habe er nicht ins Spiel gebracht, ansonsten legte der Mann ein voll umfassendes Geständnis ab.

Als Grund für seine unkoordinierten Taten nannte er persönliche Probleme, einen vorübergehenden Tiefpunkt zu dieser Zeit. In dieser „schweren krisenhaften Situation“ habe er einfach wenig nachvollziehbare Dummheiten angestellt, erklärte Verteidiger Sascha Marks im Namen seines Mandanten. Dieser kam mit der Trennung seiner Lebensgefährtin nicht zurecht, verlor Wohnung und Arbeitsplatz. „Alles ist schief gegangen, es war eine schwierige Zeit“, sagte der Angeklagte.

Hehlerei, räuberischer Erpressung und Drogendelikte

Zur Stabilisierung seiner depressiven Phase ließ sich der Mann für einige Tage selbst in eine psychiatrische Klinik einweisen, nahm einige Zeit Beruhigungsmittel. Heute habe er die Krise überwunden. Er versuche, sich beruflich und privat neu zu orientieren.

Ein unbeschriebenes Blatt ist er indes nicht und bereits einschlägig vorbestraft. Neben Hehlerei und schwerer räuberischer Erpressung stand er bereits mehrfach wegen Drogendelikten vor Gericht, hat einen Jugendarrest und zwei Bewährungsstrafen auf dem Kerbholz. Die letzte war zum Zeitpunkt der Taten noch nicht abgelaufen. Das Strafregister des Mannes weise regelmäßige Rückfälle auf, „immer im Zweijahresrhythmus passiert irgendetwas“, fasste Staatsanwalt Oliver Rust zusammen.

Zu einer weitere Bewährung reichte es dennoch gerade noch so – ein positiver Bericht der Bewährungshilfe sowie das „glaubhafte Geständnis“ des Mannes veranlassten den Anklagevertreter für eine Freiheitsstrafe von 13 Monaten eine weitere Bewährung zu beantragen.

Eindringliche Warnung der Richterin

Strafrichterin Katharina Blumentritt schloss sich dem Antrag uneingeschränkt an und verurteilte den Angeklagten wegen versuchter Nötigung, Diebstahls und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Darüber hinaus hat der Mann 100 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten.

Den guten Eindruck, den er vor Gericht hinterließ, sollte er dringend beibehalten – „wenn Sie noch mal kommen, sieht die Geschichte anders aus“, warnte die Richterin eindringlich vor einem erneuten Rückfall.

von Ina Tannert

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