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Party in zwei Institutionen

Party in zwei Institutionen

Das Kunstgeschichtliche Institut der Marburger Universität und das Bildarchiv Foto Marburg feiern am Samstag, 19. Oktober, gemeinsam ihr 100-jähriges Bestehen.

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Marburg. Zwei Jubiläen und eine Preisverleihung stehen am 19. Oktober an der Philipps-Universität Marburg auf dem Programm. Das Kunstgeschichtliche Institut und das Bildarchiv Foto Marburg feiern ihr 100-jähriges Bestehen und der nun bereits zum dritten Mal vergebene Richard-Hamann-Preis für Kunstgeschichte wird an Prof. Dr. Wolfgang Kemp verliehen. Der 15. Oktober 1913, an dem der Kunsthistoriker Richard Hamann offiziell seine Arbeit als erster Ordinarius für Kunstgeschichte an der Philipps-Universität Marburg aufnahm, gilt als Geburtsstunde des Kunstgeschichtlichen Instituts und des Bildarchivs Foto Marburg. Das Bildarchiv wurde von Hamann unter dem Namen „Photographische Gesellschaft“ gegründet und ist heute das weltweit größte Bildarchiv zu europäischer Kunst. Beide Institutionen feiern das gemeinsame Jubiläum am 19. Oktober, ab 15 Uhr mit einem Festakt in der Aula der Alten Universität (ab 15 Uhr) feiern.

Der Veranstaltungsort hat einen besonderen Bezug zu den Feierlichkeiten, hatte Richard Hamann doch sein Büro zu Beginn seiner Marburger Tätigkeit in der heutigen Alten Universität. Erst seit 1928 standen dem Kunstgeschichtlichen Seminar und der „Photographischen Abteilung“ dann Räume im Kunstinstitut, dem heutigen Ernst-von-Hülsen-Haus zur Verfügung. Das Gebäude wurde 1927 als Jubiläumsbau zum 400-jährigen Bestehen der Universität eingeweiht. Dort haben beide Institutionen zusammen mit dem Uni-Museum heute noch ihren Sitz.

Bereits vor 1913 wurde Kunstgeschichte auch an der Marburger Universität gelehrt, allerdings gab es dafür keinen Lehrstuhl. Prominentester Kunstgeschichtler vor Hamann war Carl Justi, der allerdings mehr als Forscher und weniger als Dozent Einfluss hatte.

Seit seiner Berufung als Ordinarius für Kunstgeschichte 1913 bis zu seinem Tod im Jahr 1961 prägte Richard Hamann das Kunstgeschichtliche Institut nachhaltig.

Auch nach der Annahme eines Rufs an die Humboldt-Universität Berlin im Alter von 68 Jahren und nach seiner Emeritierung lehrte er auch in Marburg weiter. In den 70er und 80er Jahren prägten vor allem die Professoren Martin Warnke und Heinrich Klotz die Institutsgeschichte.

Im Zentrum der fotografischen Sammlung des Bildarchivs mit rund zwei Millionen historischen aktuellen Fotografien stehen Kunst und Architektur aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und dem übrigen Europa. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der historischen Erforschung der Geschichte, Praxis und Theorie der Überlieferung von visuellem Kulturgut.

Integriert in die Festveranstaltung ist am Ende die Verleihung des Richard-Hamann-Preises. an den Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Kemp, Universität Hamburg: Die Philipps-Universität würdigt mit dem Preis hervorragende wissenschaftliche Leistungen in der Kunstgeschichte.

Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 2009 alle zwei Jahre verliehen. Der neue Preisträger Wolfgang Kemp ist in Marburg kein Unbekannter. Der international renommierte Kunsthistoriker mit dem Spezialgebiet Christliche Kunst und Mittelalterliche Glasfenster war von 1983 bis 1995 Professor an der Philipps-Universität, bevor er an die Uni Hamburg wechselte.

von Manfred Hitzeroth

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