Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Party-Streit vor Gericht

Prozess Party-Streit vor Gericht

Ein heftiger Faustschlag brachte dem Opfer eine Jochbeinfraktur und den Täter vor Gericht.

Voriger Artikel
24 neue Wohnungen für das Waldtal
Nächster Artikel
Was Ehrenamt im Verborgenen leistet

Ein 19-Jähriger hat auf einer Abi-Party mit der Faust zugeschlagen und stand deshalb vor dem Jugendrichter.

Quelle: Archiv

Marburg. Ende Dezember hielten sich beide auf einer Abiparty in einem Marburger Club auf. Am frühen Morgen begegneten sich die jungen Männer in einem Durchgang. Der Angeklagte schlug seinem Gegenüber mit der Faust kräftig ins Gesicht. Der Geschädigte ging daraufhin zu Boden. Durch die Attacke erlitt er diverse Prellungen sowie eine Fraktur des Jochbeins, die zu einem eingeklemmten Nerv samt halbseitiger Gesichtslähmung führte, die sich erst Monate später wieder stabilisierte.

Vor Gericht stritt der Angeklagte den Tatvorwurf ab. Der Geschädigte „belästigte uns“, erklärte er. Ein vorbeikommender Sicherheitsdienstmitarbeiter des Lokals führte diesen schließlich weg und entspannte die Situation vorerst. Auf dem Weg nach draußen traf die Gruppe in einem engen Durchgang erneut auf den Mann. Er sei „mit einem abartigen Blick“ provozierend auf seine Freundin zu getaumelt, „ich dachte mir, jetzt reicht es“, so der Angeklagte. Daher habe er ihn von der jungen Frau abgeschirmt und einmal gegen die Wand geschubst. Der Angetrunkene sei daraufhin unverletzt zu Boden gefallen. Auch nach einem Hinweis von Strafrichter Thomas Rohner zu den ärztlich attestierten „typischen Schlagverletzungen“ gab der Beschuldigte lediglich einen „kleinen Wortwechsel“ zu.

Das Verhalten des Angeklagten bezeichnete der Geschädigte als unnötige Pöbelei. Im Vorbeigehen habe ihn der Jüngere rüde angesprochen, seine Freundin nicht anzufassen „und direkt zugeschlagen“, betonte der 21-jährige Nebenkläger. Der stark Angetrunkene ging daraufhin zu Boden. Einen einfachen Schubs wertete das Gericht als unglaubwürdig, den heftigen Faustschlag sah Rohner als erwiesen an und schloss eine Notwehrhandlung aus. Er verurteilte den Heranwachsenden nach Jugendstrafrecht wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einem Freizeitarrest und Zahlung eines Schmerzensgelds in Höhe von 1 000 Euro.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr