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Partnerstadt Sfax trotzt dem Terror

Terror in Tunesien Partnerstadt Sfax trotzt dem Terror

Der Terroranschlag auf ein Urlauberhotel erschütterte in der vergangenen Woche Tunesien. Auch in Marburgs Partnerstadt Sfax ist die Betroffenheit groß.

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Trauer vor Traumkulisse: Zwei Frauen gedenken am Strand von Sousse der Todesopfer des Terroranschlags.

Quelle: Mohammed Messara

Marburg. Als am Freitag die Nachricht vom grausamen Terror im tunesischen Sousse durch die Medien ging, „waren wir natürlich sehr erschüttert“, sagt Susanne Lohmiller. „Wir haben  sofort auch an die Leute in unserer Partnerstadt gedacht“, so die Vorsitzende des Freundeskreises Marburg-Sfax. Umgehend sendete Lohmiller eine E-Mail an Dr. Chahir Krichen, Vorsitzender der Kooperationsförderung Sfax-Marburg auf der tunesischen Seite. Darin drückte sie die Anteilnahme und das Entsetzen der Marburger aus.

Krichen zeigt sich in seiner Reaktion kämpferisch. „Die sogenannten ,islamistischen‘ Terroristen haben Unschuldigen Leid zugefügt und getötet. Alle Demokraten der Welt müssen solidarisch gegen sie kämpfen“, schreibt er. Die Attentäter wollten erreichen, „dass die Tunesier  und die Ausländer, die Tunesien lieben und in Tunesien leben, in Angst geraten. Sie werden das nicht schaffen“, ist Krichen überzeugt. Er selbst werde in zwei Wochen mit seiner Familie in einem tunesischen Urlaubsort Urlaub machen.

„Es braucht nun Solidarität von unserer Seite“, sagt Lohmiller. Sie erinnert daran, dass das nordafrikanische Land das einzige sei, in dem die Demokratie nach dem Arabischen Frühling bisher gehalten habe. Sollte der Tourismus – ein wichtiger Wirtschaftszweig – nun einbrechen, „wird es mehr Möglichkeiten für die Extremisten geben“, befürchtet sie. Die terroristischen Anschläge im Bardo-Museum im März und nun in Sousse seien „schwere Rückschläge“ für die noch junge Demokratie.

Sfax sei im Prinzip „keine Gefahrenzone“, meint Lohmiller. Der Tourismus ist dort nicht so stark, die Stadt sei eher industriell geprägt. „Obwohl Sfax eigentlich eine sehr schöne noch originalgetreue Altstadt hat“, ergänzt sie. Es gebe daher Versuche, den Tourismus vor Ort stärker zu etablieren.

Für das kommende Jahr ist Sfax zur  Kulturhauptstadt des arabischen Raumes gekürt worden. Bis dahin, sagt Lohmiller, „hoffen wir, dass sich die politische Situation wieder stabilisiert hat“. In den Herbstferien 2016 ist auch ein Besuch eines Chors sowie einer Theatergruppe in der Mittelmeermetropole geplant. Man wolle „auch andere Marburger dafür gewinnen dann mit in unsere Partnerstadt zu kommen“, sagt sie.

Zunächst plant der Freundeskreis Marburg-Sfax angesichts des jüngsten Terrors erst einmal einen Informationsstand bei „3 Tage Marburg“. „Wir wollen dort einfach noch einmal darauf aufmerksam machen, dass wir eine Partnerstadt ganz in der Nähe dieses Terroranschlags haben – und somit zeigen, dass wir eine Verantwortung dafür haben, dort zu helfen“, so Lohmiller.

von Peter Gassner

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