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Partikeltherapie startet Mitte 2015

Rhön-Klinikum AG Partikeltherapie startet Mitte 2015

Nachdem der Rhön-Vorstand die Einigung mit der Heidelberger Klinik und Siemens bekannt gab, herrscht in Marburg, Gießen und Wiesbaden große Zufriedenheit. 17 Verträge müssen die Rhön-Chefs noch unterzeichnen, um die Partikeltherapie zu starten.

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Der Vorstandsvorsitzende der Rhön-Klinikum AG, Dr. Martin Siebert, berichtete auf einer Pressekonferenz über die Einigung zum PTZ.
Foto: Anna Ntemiris

Marburg. Rhön halte „zu 100 Prozent“ an der Partikeltherapie fest, werde „mit Nachdruck“ versuchen, die Inbetriebnahme zu gewährleisten: Rhön-Vorstandschef Dr. Martin Siebert betonte am Mittwoch in Frankfurt während der Bilanz-Pressekonferenz des Konzern, dass das Land nunmehr keinen Grund zur Klage habe: Der Klinik-Betreiber hat sich mit der Heidelberger Uni-Klinik und der Firma Siemens geeinigt.

Am künftigen Betreiber, der Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) GmbH, soll die Heidelberger Klinik 75 Prozent halten, Rhön 25 Prozent. Eine Behandlung der ersten Tumorpatienten sei erst Mitte 2015 zu erwarten, weil die Inbetriebnahme komplex sei und etwa durch Schulungen des Personals vorbereitet werden müsse. Das Partikeltherapiezentrum (PTZ) in Marburg wird das größte und komplexeste Medizinprodukt in der gesamten Region sein - sollte es nach Jahren des Stillstands nun wie angekündigt für Patienten aus dem In- und Ausland eröffnet werden.

Rhön hatte sich 2006 mit dem Kauf der Unikliniken in Gießen und Marburg verpflichtet, die Partikeltherapieanlage zusammen mit Siemens in Betrieb zu nehmen. Im Juli 2011 erklärten beide Unternehmen jedoch, der Betrieb rentiere sich nicht. Das Land drohte mit einer Klage und forderte 100 Millionen Euro zurück. Siebert zeigte sich am Mittwoch optimistisch, dass der Streit beigelegt ist. „Wir würden uns freuen, wenn das Land Hessen die juristische Begleitmusik ein wenig leiser stellen würde“, sagte Siebert. Die Realisierung des Projekts erfolge nicht aus juristischen Gründen, sondern weil mit der Partikeltherapie eine innovative und weltweit führende medizinische Einrichtung zur Krebsbehandlung angeboten werde, fügte er hinzu.

Der Vertrag für die Gründung der MIT sei fertig, aber noch nicht juristisch besiegelt. Insgesamt 17 Verträge müssten noch mit allen Beteiligten abgeschlossen werden.

So geht es nach Informationen der OP auch um die Frage, wer bei dieser komplizierten Behandlungsmethode im Schadensfall die Verantwortung tragen würde. Für die Leistung der hochmodernen und spezielle Technik wäre der Hersteller Siemens zuständig, für die medizinische Behandlung übernehmen die Heidelberger die Verantwortung. Siemens wird für Wartung und Ersatzteillieferung zuständig sein. Die Heidelberger Klinik erklärte, dass die MIT GmbH maßgeblich auf dem technischen Know-How der Experten aus Heidelberg aufbauen wird. In Heidelberg ist eine ähnliche Anlage, dort wurden seit 2009 mehr als 2000 Krebspatienten mit Schwerionen- und Protonenstrahlung behandelt.

„Guter Tag für Marburg“

UKGM-Geschäftsführer Martin Menger sagte auf Anfrage der OP: „Heute ist ein guter Tag für Marburg und das UKGM, da ein wichtiger, großer Schritt auf dem Weg der Inbetriebnahme des PTZ gemacht wurde.“ Auch der Gießener Regierungspräsident Dr. Lars Witteck atmet nun auf: „Diese Einigung lässt hoffen, dass Krebstherapie in unserer Region mit modernsten Technologien betrieben werden kann“. Das Regierungspräsidium hat als zuständige Behörde für die Überwachung von Medizinprodukten die monatelangen Verhandlungen zwischen den Akteuren begleitet.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) teilte mit: „Wir haben von der Rhön-Klinikum AG ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Partikeltherapie eingefordert. Dieses Bekenntnis ist erfolgt.“ Auf dieses Signal habe nicht nur das Land, sondern schwerstkranke Patienten gewartet, in der berechtigten Hoffnung auf eine Behandlungsmethode auf höchstem Niveau“. Gleichzeitig schaffe die Anlage die Voraussetzung, medizinische Spitzenforschung am Standort Marburg und in Mittelhessen weiter voranzutreiben.

von Anna Ntemiris

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Partikeltherapie

Die Rhön AG wird im 2.Halbjahr 2015 gemeinsam mit dem Uniklinikum Heidelberg die Partikeltherapieanlage in Marburg für die Behandlung von Krebspatienten in Betrieb nehmen

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