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Parkplatz-Aus trifft vor allem Pendler

Neue Kasseler Straße Parkplatz-Aus trifft vor allem Pendler

Parkplatz-Wegfall nahe des Hauptbahnhofs: Seit Monatsbeginn darf aufeinem Areal entlang der Neuen Kasseler Straße kein Autofahrer mehr 
sein Fahrzeug abstellen. Betroffen sind 40 Plätze.

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In der Nähe des Hauptbahnhofs sind zum Monatsanfang Parkplätze weggefallen. Auf diesen Flächen ist der Bau von 190 Eigentums-Wohnungen geplant.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Lahnufer, Brauereigelände, zuletzt Robert-Koch-Straße: Die Zahl der Parkplätze in der Universitätsstadt sinkt weiter. Seit 1. November ist das Parken auf einem großen Privatgrundstück nahe dem Hauptbahnhof, wenige Meter vom ehemaligen Güterbahnhof entfernt, verboten.

Die bislang von der bayerischen Firma „PRM GmbH“ gepachtete Fläche bot 40 abgestellten Autos Platz. Vor allem Pendler, Arbeitnehmer und Anwohner aus der Nachbarschaft sowie Schüler aus Marburgs Nachbargemeinden nutzten das Angebot – nach OP-Informationen eines der günstigsten im Stadtgebiet. Die Tagespauschale kostete drei Euro, 35 Euro eine Monatskarte für Dauerparker.

Neubau von 190 Eigentumswohnungen

Nach Auskunft des Erlangener Pächterunternehmens sei der Vertrag zum 31. Oktober vom Grundbesitzer gekündigt worden. Über den Besitzer selbst und den Grund für die Sperrung könne das Unternehmen jedoch keine Auskunft geben. Auch die Stadt Marburg wisse nur, dass es sich um einen Privatparkplatz handele.

OP-Recherchen ergaben, dass es sich bei der Fläche um das Eigentum der Immobilienfirma S+S handelt. Auf ihrer Homepage wirbt das Unternehmen mit einem geplanten Bauprojekt von 190 Eigentumswohnungen auf der Neuen Kasseler Straße, welches bis spätestens 2018 fertiggestellt werden soll. Der Baustart soll in Kürze beginnen.

Ein ehemaliger Parkplatzwächter berichtet, dass Ende September schon einmal angekündigt worden sei, dass zum 1. Oktober die Parkplätze geräumt werden müssten. „Erst fünf 
Tage vorher wurden die Parkplatznutzer darüber in Kenntnis gesetzt, dass ab Oktober dort nicht mehr geparkt werden könne.“

Daraufhin wurde die Nutzung der Parkplätze nochmal bis zum 31. Oktober verlängert. Seit Anfang des Monats ist es aber endgültig. Übrig bleiben die gelben Hinweisschilder, 
ohne Angabe eines Absenders, die das Parkplatzverbot aussprechen und kostenpflichtiges Abschleppen bei Nichtbeachtung ankündigen.

Stadtverwaltung weist auf
  P&R als Alternative hin

Doch wo sollen Schüler, Pendler und Arbeitnehmer zukünftig parken? Wird es einen vergleichbaren Ersatz geben? Auf Empfehlung der Stadtverwaltung können die kostenfreien Parkplätze in der Afföllerstraße genutzt werden.

Außerdem bestehe für Schüler, Pendler und Arbeitnehmer die Möglichkeit, mit dem öffentlichen Personennahverkehr oder über Park and Ride mit der kostenfreien Nutzung des Messeplatzes die Nordstadt zu erreichen. Jedoch: Die nötigen Bus-Tickets vom Messegelände etwa zum Hauptbahnhof oder zur Schule und zurück kosten mehr als drei Euro – im Vergleich zum ehemaligen Parkplatz an der Neuen Kasseler Straße wird es also teurer. Für die in die Neubauten einziehenden Bewohner soll es nach Angaben von S+S ein eigenes Parkdeck geben.

Hintergrund: Seit Jahren gibt es in Kommunalpolitik und unter Bewohnern der Universitätsstadt Diskussionen über den Abbau von Parkplätzen, deren notwendiger Zahl und den Kosten.

von Merlina Serwe
 und Björn Wisker

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