Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Parken in Marburg wird teurer

Parkplätze Parken in Marburg wird teurer

Das Parken in Marburg soll teurer werden. Der Magistrat schlägt dem Stadtparlament die Erhöhung der Parkgebühren um 20 bis 33 Prozent vor.

Voriger Artikel
"Unfreundlicher Akt"
Nächster Artikel
Keine Eile mit dem gelben Schein

Wer in Marburgs Innenstadt parken will – wie hier im Südviertel –. muss nach dem Willen des Magistrats künftig mehr bezahlen.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Betroffen sind die Parkplätze im öffentlichen Parkraum, also entlang der Straßen. Eine Erhöhung der Gebühren für die städtischen Parkhäuser ist damit zumindest vorläufig nicht gebunden.

Wenn das Parlament zustimmt, sollen die Gebühren in der Innenstadt von 60 auf 80 Cent (Parkzonen 1 und 5) beziehungsweise von 40 auf 50 Cent (Parkzone 2) je angefangene 30 Minuten steigen. Für die Parkplätze im Südviertel, die nicht für Anwohnerparken reserviert sind, steigt die Gebühr von 30 auf 40 Cent je angefangene halbe Stunde.

Oberbürgermeister Egon Vaupel bestätigte die Pläne gegenüber der OP. Sie sind ab der kommenden Woche Gegenstand der Beratungen in den Ausschüssen des Parlaments. Vaupel verweist darauf, dass die Parkgebühren seit dem Jahr 2006 nicht erhöht worden sind. In den Nachbarstädten Gießen und Wetzlar seien außerdem durchschnittlich höhere Parkgebühren zu zahlen.

Parkraumbewirtschaftung kostet 280.000 Euro

Die Mehreinnahmen für die Stadt Marburg kalkuliert der Magistrat mit etwa 250000 Euro. Damit würde die Stadt im Jahr 2013 gut 1,17 Millionen Euro an Parkgebühren einnehmen. Dabei sei aber zu berücksichtigen, so Vaupel, dass die Bewirtschaftungs- und Reinigungskosten für den öffentlichen Parkraum in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen seien. Im Haushaltsentwurf für 2013 sind im Zusammenhang mit der Parkraumbewirtschaftung insgesamt Ausgaben in Höhe von gut 280.000 Euro veranschlagt.

In seiner Begründung für das Erhöhungsbegehren argumentiert der Magistrat mit einer stärkeren „Lenkungswirkung“, die Parkgebühren auf den ruhenden Verkehr und den Parksuchverkehr haben. „Der Parkgebührenregelung kommt die Aufgabe zu, das begrenzte Angebot von Parkflächen im Innenstadtbereich dermaßen ausgewogen zu bewirtschaften, dass dort für eine Mehrfachnutzung gesorgt und die Erreichbarkeit der Innenstadt sichergestellt wird“, heißt es in der Vorlage. 

Die Parkplätze in der Innenstadt sollten möglichst vielen Kunden dienen, Pendler sollen möglichst auf die „Park and Ride“-Parkplätze am Stadtrand oder auf die weniger zentralen Parkplätze wie etwa an der Universitätsbibliothek verwiesen werden.

Die tatsächlichen Gebühren liegen vielfach noch höher, weil die Parkscheinautomaten weder Wechselgeld geben noch in kleinen Zeitabschnitten abrechnen. Wer also 50 Minuten Parkzeit kaufen möchte, muss vielfach 60 Minuten bezahlen, weil der Parkscheinautomat nur 30-Minuten-Schritte erkennt.

Christoph Rau, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg Consult, sagte auf Anfrage der OP, die Parkscheinautomaten würden nach und nach gegen neuere Modelle ausgetauscht. Derzeit ermögliche etwa ein Viertel der Parkscheinautomaten, Parkzeit in kleinen Schritten zu stückeln.

Die Zahl der Parkplätze an hoheitlichen Flächen in Marburg ist laut offiziellen Angaben von 1247 Ende 2009 auf 1049 gesunken und wird mit dem Umbau des Nordviertels und dem Bau des Uni-Campus weiter sinken.

Zudem wird der Parkplatz an der Alten Brauerei im kommenden Jahr wegfallen. Rau ist aber optimistisch, dass nach Abschluss der Bauarbeiten etwa ein Viertel der Plätze wieder als gewerblicher Parkraum genutzt werden kann.

Reaktionen von Autofahrern in Marburg

Die OP hat mit Autofahrern gesprochen, die in der Innenstadt einen Parkplatz angesteuert haben.

Andrea Fricke und Ute Bamberger : Wir finden, Parkplätze in Marburg sind schon jetzt teuer genug. Die Verantwortlichen sollten mal darüber nachdenken, dass sie mit einer Erhöhung auch den Geschäften in der Innen- und Oberstadt schaden, weil diese dadurch einfach unattraktiver werden. Wir überlegen mittlerweile zweimal, ob wir in die Stadt fahren, weil uns die Parkplatzsuche und die hohen Gebühren abschrecken.

Inge Möhlke: Ich parke schon seit einiger Zeit nicht mehr in der Stadt, sondern außerhalb und nutze dann öffentliche Verkehrsmittel. Es dauert mir viel zu lange, bis ich mit dem Auto in der Innenstadt einen Parkplatz gefunden habe. Und wenn man dann mal einen gefunden hat, ist er auch noch viel zu teuer. Darauf habe ich einfach keine Lust.

Dieter Gabrian: Wenn es um Kosten rund um das Auto geht, bin ich eigentlich ein entspannter Mensch, aber ich denke, dass 60 Cent für eine halbe Stunde parken wirklich genug sind. Am Besten wären 50 Cent, dann hätte man auch nicht so viel Kleingeld in der Tasche. Auch die Anzahl der Parkplätze ist, gerade für Fremde, ein Problem. Ich als ortskundiger Marburger finde immer einen Parkplatz, aber gerade in den Stoßzeiten ist es für Leute von außerhalb sehr schwierig, einen Parkplatz zu finden.

von Till Conrad und Christian Schmitt

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr