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Ortsgericht I hat einen neuen Leiter

Hans-Jürgen Schäfer Ortsgericht I hat einen neuen Leiter

Bereits seit sechs Jahren ist der erfahrene Jurist Hans-Jürgen Schäfer der zweite Mann im Ortsgericht I. Seine bisherigen Aufgaben wird er nun als Vorsteher weiterführen.

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Cai Adrian Boesken (links) überreichte Hans-Jürgen Schäfer die Ernennungsurkunde.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Das Ortsgericht I ist mit den Einzugsgebieten Kernstadt und Ockershausen die größte der Marburger Hilfsbehörden und gilt als „das Herz der hiesigen Justiz“, betonte Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken.

Bereits seit 2009 ist Schäfer ehrenamtlich im Ortsgericht tätig. Als ehemaliger Verwaltungsdirektor des Kreis-Fachbereichs Ordnung und Verkehr waren ihm die Behördenverwaltung und Arbeiten des Standesamtswesens gut vertraut. Nachdem er 2007 in den Ruhestand gegangen war, suchte er nach neuen Herausforderungen. Der im April gestorbene Ortsgerichtsvorsteher Gerhard Neumann schlug ihm damals eine Mitarbeit vor.

Schwerpunkt am Ortsgericht I sind vor allem Beglaubigungen. „Das Publikum hat sich in den vergangenen Jahren sichtlich verändert“, findet der 69-Jährige. Vermehrt kommen junge Menschen aus dem Ausland nach Marburg, um in der Universitätsstadt zu studieren, so sein Eindruck. Um ihr Abschlusszeugnis offiziell beglaubigen zu lassen, strömen die Studenten schließlich am Ende ihres Studiums in ihr zuständiges Ortsgericht, nutzen gerne das im Vergleich zum Notarwesen deutlich günstigere Angebot der Behörde. „Manchmal wartet gleich ein ganzes Dutzend Studenten vor meiner Tür“, erzählt Schäfer schmunzelnd.

Nichtsahnend in einen Familienstreit geraten

Die Kopien der Dokumente müssen eingehend geprüft und beglaubigt werden, um ihre volle Gültigkeit zu erhalten. Damit gebe die Behörde gleichzeitig den „Startschuss“ für die berufliche Zukunft der Absolventen - „eine große Verantwortung“, betonte Boesken und lobte die Tätigkeit der in Hessen einzigartigen Behörden als „wichtige Stützen der Justiz“.

Während seiner langjährigen Tätigkeit im Amt hat Schäfer bereits so einiges erlebt. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm eine Situation, als er nichtsahnend zwischen die Fronten einer Familienstreitigkeit geriet. Nachdem ihn der Sohn einer älteren Frau in ein Altenheim bestellt hatte, um im Beisein der Mutter eine Patientenverfügung zu beglaubigen, kam Schäfer der Bitte zügig nach. Er besprach die Angelegenheit mit der Seniorin und tätigte wie gewohnt seine Unterschrift.

Tage später kontaktierte ihn jedoch die Tochter der Frau, teilte ihm mit, dass sie mit der Prozedur nicht einverstanden sei und erklärte die Verfügung für ungültig. Glücklicherweise konnten die Geschwister die Angelegenheit untereinander schlichten, erklärt Schäfer.

von Ina Tannert

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