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Ortsbeirat fordert einen Radweg

Ausbau der Kreisstraße 78 Ortsbeirat fordert einen Radweg

Ab April soll die marode Straße zwischen Dagobertshausen und Elnhausen ausgebaut werden, 
allerdings ohne die von den Ortsgremien geforderte Verlängerung des Fuß- und Radweges.

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Auf der maroden K 78 darf nicht schneller als 50 gefahren werden.

Quelle: Thorsten Richter

Dagobertshausen. Das Land Hessen unterstützt mit 523.000 Euro den Landkreis Marburg-Biedenkopf beim Ausbau der Kreisstraße 78 zwischen den Stadtteilen Elnhausen und Dagobertshausen. Dies teilte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) mit.

Der rund 800 Meter lange Abschnitt erhalte eine neue Fahrbahn mit erhöhter Tragfähigkeit. Fahrbahn und Bankette werden jeweils um einen halben Meter verbreitert, einzelne Kurven geändert, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im April und sollen bis Oktober dauern.

Ortsbeirat übt Kritik

So sehr in Dagobertshausen und Elnhausen der Ausbau auch begrüßt wird, insbesondere der Ortsbeirat Dagobertshausen übt auch Kritik. „Nicht in unserem Interesse ist, dass dabei der Ausbau des Fuß- und Radweges entlang der Straße nicht erfolgt“, sagt Ortsvorsteher Peter Reckling. „Seit Jahren hat sich der Ortsbeirat dafür eingesetzt, dass im Zuge des Straßenausbaus dieser Weg auch gebaut wird und somit der bestehende Fuß-/Radweg verlängert wird.“ Dieser ende nach circa 250 Metern in Richtung Elnhausen.

„Das Stadtparlament hat auch entsprechende Beschlüsse gefasst“, sagt Reckling. Der Kreis habe aber die Argumente zurückgewiesen, da auf dem jetzigen Straßenabschnitt keine Fahrradfahrer unterwegs seien. Dabei beziehe man sich aber auf eine alte Untersuchung vom Oktober 2008, kritisiert Reckling.

Die Erhebung könne nicht repräsentativ sein. Da sich die K 78 seit Jahren in einem desolaten Zustand befinde und erheblich durch den Schwerlastverkehr vom Steinbruch in Elnhausen zu einer äußerst gefährlichen Straße geworden sei, „ist es selbstverständlich, dass die Radfahrer beziehungsweise Fußgänger auf Ausweichrouten ausweichen müssen“, heißt es in einem Beschluss des Dagobertshäuser Ortsbeirates. „Bei einer Zählung im Sommer würden sich andere Ergebnisse zeigen als bei der vorgenommenen Messung im Oktober.“

Steigerung des 
Berufsverkehrs

Aus den folgenden Gründen ist eine Verlängerung des Rad- und Fußweges entlang der K 78 aus Sicht des Dagobertshäuser Ortsbeirates sinnvoll:

- Die Nahversorgung durch Geschäfte, aber auch das Angebot an öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen sind für die Bürger in Dagobertshausen am nächsten in Elnhausen möglich. Dieser kurze Weg von 1,5 bis 2 Kilometern kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Durch eine Verbesserung des Weges würden sich die Möglichkeiten erhöhen, auf die Fahrt mit einem Pkw auf dieser Strecke zu verzichten.

- Die heutige Nutzung von E-Bikes lässt als zukünftige Entwicklung erwarten, dass trotz der leichten Steigung im Wegverlauf es zu einer Zunahme des Fahrradverkehrs kommen wird.

- Die Veranstaltungen des Hofguts Dagobertshausen führen zu einer erheblichen Steigerung des Fußgängerverkehrs von Elnhausen nach Dagobertshausen. Bei den Weihnachtsmärkten findet dies ab Spätnachmittag in der Dämmerung bis hinein in die Dunkelheit statt.

Mehr Sicherheit für Kinder und Rollstuhlfahrer

- Die erhebliche Aufstockung der Mitarbeiterzahlen in den Behringwerken hat zu einer Steigerung des Berufsverkehrs auf der K 78 geführt. Nach Auskunft der Firma Pharmaserv ist die Mitarbeiterzahl von 2008 bis heute am Standort Behringwerke inklusive GSK GH II von 4100 auf 5300 gestiegen.

- Als sicherer Schulweg für die Kinder aus Dagobertshausen würde ein nahe der Kreisstraße verlaufender Rad- und Fußweg mehr Sicherheit bedeuten, als wenn die Kinder den Feldweg nutzen, der auch nahe am Waldrand vorbeiführt. Für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer ist der Feldweg im bisherigen Zustand völlig ungeeignet.

- Im Sinne einer ortsübergreifenden Regionalplanung ist der Ausbau der K 78 mit Rad- und Fußweg als wichtiger Teilabschnitt zwischen den Orten Niederweimar (über Haddamshausen) und Sterzhausen (über Michelbach) äußerst sinnvoll.

Laut Reckling haben sich 145 Dagobertshäuser auf einer Unterschriftenliste für einen Ausbau der K 78 mit Rad- und Fußweg ausgesprochen. Die Ergebnisse dieser von Dr. Harald Zilg vorgenommenen Unterschriftensammlung seien dem Magistrat der Stadt Marburg übergeben worden.

Ortsvorsteher Reckling hat wenig Hoffnung, dass der Kreis umdenken wird. „Aber ich bin zuversichtlich, dass die Stadt im Anschluss an den Straßenausbau den Rad- und Fußweg bauen wird“, sagt er.

von Michael Arndt

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