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Ortsbeirat beantragt Windel-Tonnen

Richtsberg Ortsbeirat beantragt Windel-Tonnen

Der größte Marburger Stadtteil bereitet sich auf seine Jubiläumsfeier im nächsten Jahr vor. Der Ortsbeirat diskutierte in seiner jüngsten Sitzung viele Themen.

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Der Ortsbeirat Richtsberg tagte im Gruppenraum der BSF.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Der letzte Beschluss, den der Ortsbeirat gegen Ende seiner zweieinhalbstündigen Sitzung fasste, betraf die Festlegung des Termins für das Jubiläum „50 Jahre Richtsberg“. Am 24. Mai 2014 soll dieses mit einem stehenden Festzug gefeiert werden, bei dem sich unter anderem die verschiedenen Kulturen des einwohnerstärksten Marburger Stadtteils präsentieren. Überlegt wird, diesen in der Leipziger Straße aufzustellen, also zwischen oberem und unterem Richtsberg, und Shuttlebusse fahren zu lassen. Zu Beginn hatte Maria Mahler, Mitarbeiterin der Stabsstelle Altenplanung der Stadt, einen ersten Überblick über die Ergebnisse der Fragebogenaktion „Älter werden im Stadtteil Richtsberg“ gegeben. 55 Frauen und 28 Männer, davon 49 im Alter zwischen 65 und 85 Jahren, hatten den vierseitigen Bogen beantwortet. 56 gaben an, zur Miete zu wohnen, 24 im Wohneigentum. Die Wohnung nicht wechseln wollen 33 Personen. Als wichtig, um auch im Alter am Richtsberg wohnen zu können, wurden vor allem die Infrastruktur, Barrierefreiheit und behindertengerechte Wohnungen hervorgehoben. Mit dem gegenwärtigen Angebot zeigten sich die meisten ziemlich zufrieden, es solle erhalten bleiben. Einige Male wurde der Wunsch nach einem Metzger und einem Restaurant geäußert.

Als Schwierigkeiten in der aktuellen Wohnsituation wurden besonders Treppen vor den Gebäuden, fehlende Gehwege für Rollatoren sowie fehlende Aufzüge oder Treppenlifte und das Vorhandensein von Badewannen statt Duschen genannt. Zur Zufriedenheit mit den Seniorenangeboten am Richtsberg machten viele keine Angaben. Dies liege auch daran, dass vieles, wie das „Café Zeitlos“ im Altenheim St. Jakob, zu wenig bekannt sei, meinte Ortsvorsteherin Erika Lotz-Halilovic.

Unter den sonstigen Mitteilungen und Wünschen wurden Dinge wie Sauberkeit, Lärmbelästigungen, Sicherheit, Alkoholkonsum auf dem Marktplatz, Kriminalität, fehlender Kontakt zu den Nachbarn oder der Versand der Stadtteilzeitung „Richtsberg aktiv“ barrierefrei per E-Mail aufgeführt. Die Auswertung soll noch genauer gefasst und als Präsentation aufbereitet werden.

Das Projekt „Stadterneuerung Richtsberg“ läuft 2014 aus. Daher wollte der Ortsbeirat wissen, wie die zukünftige Pflege öffentlicher Plätze und Grünanlagen aussieht. Dr. Heinrich Scherer vom Fachdienst Stadtplanung erklärte dazu, dass das Projekt mehr auf die Schaffung von Dingen zur Verbesserung der Lebensumstände, weniger auf Pflege ausgerichtet sei. Dennoch bemühten sich die Mitarbeiter, das Geschaffene sehr zielgerichtet auch in Ordnung zu halten.

Zwischenzeitlich habe es ein Sonderprogramm zur Sicherung des öffentlichen Raums gegeben, in dessen Rahmen sich drei Mitarbeiter mit der Pflege beispielsweise von Treppenanlagen befassten. Nach dem Auslaufen erhielten die drei bis Mitte 2016 einen Zeitvertrag und mit dem Dienstleistungsbetrieb Marburg (DBM) wurde abgesprochen, welche Aufgaben sie übernehmen. Bei den Reinigungsarbeiten sei wegen hohen Müllaufkommens neu der Bereich der Schulen hinzugekommen, zusätzlich zum DBM reinige die Gruppe einmal monatlich die Müllkörbe.

Ab 2015 müsse diskutiert werden, wie es ab Mitte 2016 weitergehe, sagte Scherer. Grundsätzlich sei man keine Reinigungskolonne, antwortete er auf die Frage nach dem Marktplatzbrunnen und dem Aufzug am Einkaufszentrum, und die Pflege um das ehemalige Stadtteilbüro und die BSF-Gebäude herum sei Sache der BSF (Bürgerinitiative für soziale Fragen). Wenn man sehe, dass es nötig sei, entferne man aber schon mal Unkraut. Länger diskutiert wurde über den Antrag, den Magistrat zu bitten, für Haushalte mit Kleinkindern oder inkontinenten Menschen zusätzliche kostenfreie Mülltonnen für Windeln zur Verfügung zu stellen.

Damit will man den häufig anzutreffenden überquellenden Tonnen und dem Verstreuen des Mülls durch Wind, Krähen und Waschbären entgegenwirken, ohne die betroffenen Haushalte mit zusätzlichen Kosten zu belasten. Ein Vorbild für diese Praxis sei beispielsweise Amöneburg, sagte die Ortsvorsteherin. Bei einer Enthaltung wurde der Antrag beschlossen.

von Manfred Schubert

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