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Ortsbeirat: Kampfabstimmung in Cappel

Politik Ortsbeirat: Kampfabstimmung in Cappel

Der CDU ist es als stärkste Fraktion im Marburger Stadtteil nicht gelungen, den Ortsvorsteher zu stellen. Im Gremium gab es eine hitzige Debatte zum Flüchtlingsthema.

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Den neuen Ortsbeirat in Cappel bilden (von links): Tanja Bauder-Wöhr (Linke), Erika Richter (Grüne), Peter Hesse (SPD), Dietmar Dern (SPD), Heinz Wahlers (SPD), Walter Jugel (CDU), Friedemann Larsen (CDU), Karin Schaffner (CDU) und Dr. Lia-Iona Viorescu (CDU).

Quelle: Marcus Hergenhan

Cappel. Der Ortsbeirat Cappel wird weiter von SPD-Mann Heinz Wahlers angeführt. Der CDU fehlte, obwohl sie stärkste Partei im Stadtteil wurde, eine Stimme zum Machtwechsel.Mit fünf zu vier Stimmen konnte sich Wahlers in der geheim abgehaltenen Wahl gegen Walter Jugel (CDU) durchsetzen.

Der Konservative wurde auf Vorschlag von Tanja Bauder-Wöhr (Linke) als Stellvertreter vorgeschlagen: „Es ist nur fair und dem Wählerwillen entsprechend, wenn hier die CDU als größte Fraktion diesen Posten erhält.“ Jugel wurde einstimmig gewählt.

Die CDU machte auch für den Schriftführerposten ihre Ansprüche geltend, schickte Friedemann Larsen gegen den bislang amtierenden Dietmar Dern (SPD) ins Rennen. Larsen unterlag dem Amtsinhaber aber im zweiten verdeckten Wahldurchgang ebenfalls mit vier zu fünf Stimmen.

Im ersten Durchgang, war es durch eine Enthaltung zu einer Pattsituation gekommen. Die neuen Vertreter werden ihre Ämter nun für die nächsten fünf Jahre begleiten.

Nach den Wahlgängen kam es zu einer energischen Diskussion zwischen Erika Richter (Grüne) und Jugel. Richter beschuldigte den CDU-Mann, im Kommunalwahlkampf „Stimmung gegen Flüchtlinge“ und den Antrag der Ahmadiyya-Gemeinde auf den Bau einer Moschee gemacht zu haben

 „Als Vertreterin der Nachkriegsgeneration finde ich es völlig inakzeptabel für Wählerstimmen derart verbal gegen eine bestimmte Gruppe von Menschen zu schießen, ihr Verhalten im Wahlkampf empfinde ich als beschämend,“ sagte Richter.

Jugel entgegnete, dass er von Anfang an darum gebeten habe, die Bevölkerung bei diesem Antrag „mehr einzubinden“. Als der Ortsbeirat darauf nicht reagierte habe, das immer mehr Menschen mitbekommen haben „und bei uns die Telefone nicht mehr still standen, sahen wir uns gezwungen das Thema offen anzusprechen“.

Er empfinde es als „Unverschämtheit, mich hier in die rechte Ecke stellen zu wollen, wenn ich darauf hinweise, dass es in der Bevölkerung und selbst in ihrer eigenen Partei nun einmal Menschen gibt, die diesem Antrag kritisch gegenüber stehen“. Solche Dinge müssen offen verhandelt werden, damit die Bürger auch Gelegenheit hätten, sich einzubringen.

Ortsvorsteher Wahlers: „Wenn der Antrag der Ahmadiyya-Gemeinde offiziell und öffentlich besprochen wird, werden die Beteiligten sich noch Gelegenheit haben, sich dazu zu äußern.“

von Marcus Hergenhan

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