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Ortenberg wird Mittwoch geräumt

Fliegerbombe bei Spiegelslust Ortenberg wird Mittwoch geräumt

Anders als beim letzten Fund einer Fliegerbombe in Marburg Mitte Juli nehmen sich die Behörden nun Zeit, die Sprengung vorzubereiten.

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Ein Teil des Marburger Ortenbergs muss Mittwochmorgen geräumt werden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Im Juli mussten die Anwohner im Nordviertel nach dem Fund einer Fliegerbombe direkt neben den Bahngleisen innerhalb von Stunden ihre Sachen packen und wurden behelfsweise im Haus der Afföllergemeinde untergebracht. Diesmal sind die Bewohner des Ortenbergs – genauer in einem Teil des Gebiets nördlich der Georg-Voigt-Straße, siehe Karte – am Montag bereits informiert worden. Sie müssen am Mittwoch um 8 Uhr ihre Häuser verlassen haben und können die Zeit der Evakuierung im Haus der Ortenberggemeinde, Rudolf-Bultmann-Straße 7, verbringen.

Auch die Menschen des Altenheims Tabor in der Dürerstraße müssen evakuiert werden. Wie Heimleiter Hans Findeis der OP auf Anfrage berichtete, werden sie, bis auf einige Schwerstkranke, schräg gegenüber im Haus der Studienstiftung Tabor untergebracht und mittags auch verpflegt. Das Alten- und Pflegeheim hat für den Transfer der Bewohner ehrenamtliche Helfer zugesagt bekommen, die die Pflegekräfte bei der schwierigen Aufgabe unterstützen.

Wasserkissen soll Verbreitung von Trümmerteile

An der Grenze zum Evakuierungsgebiet liegen am Ortenberg die Gebäude der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie und das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Zahnklinik). Deren Zu- und Abfahrtswege bleiben im relevanten Zeitraum gesperrt. Diese Kliniken werden jedoch nicht geräumt. Die Patienten und Mitarbeiter dürfen das Gebäude aber bis zum Abschluss der Entschärfung nicht verlassen. Dies betrifft rund 160 stationäre Patienten. Die UKGM-Werksfeuerwehr unterstützt die Sicherheitsvorkehrungen, teilte UKGM-Sprecherin Christine Bode mit.

Der Kampfmittelräumdienst versucht, die Verbreitung von Trümmerteilen bei der Sprengung möglichst zu vermeiden. So dämpft unter anderem ein Wasserkissen mit bis zu 22.000 Liter Fassungsvermögen die Explosion. Bei der funkgesteuerten Sprengung durch die Experten des Kampfmittelräumdienstes wird das Wasser mit dem Hilfsmaterial in der Luft zer‑
stäubt.

Es wird empfohlen, auch alle Fahrzeuge aus den gesperrten Straßenabschnitten zu entfernen, sofern sie nicht in Garagen oder Carports stehen, um vermeidbare Beschädigungen zu verhindern. Anwohner sollten zusätzlich daran denken, dass sich ihre Haustiere möglichst nicht im Freien aufhalten, rät die Stadt. Eine Druckwelle, die Fenster beschädigen würde, ist nach Auskunft der Experten des Kampfmittelräumdienstes nicht zu erwarten. Die Sprengung am Steilhang im Wald ist für den späten Vormittag vorgesehen.

Eine Rückkehr in die betroffenen Häuser ist voraussichtlich ab 12 Uhr möglich, jedoch erst nach ausdrücklicher Freigabe durch den Kampfmittelräumdienst und die beteiligten Einsatzkräfte. Auch das Betreten des Waldgebietes rund um den Spiegelslustturm ist während der Evakuierung verboten. „Es besteht Lebensgefahr“, warnte Stadtsprecherin Sabine Preisler. Rund 100 Einsatzkräfte sind am Mittwoch vor Ort und überwachen die Straßensperrungen und die anderen Sicherheitsmaßnahmen.

  • Bürgertelefon: 06421/201-9900.

von Till Conrad

Die Skizze zeigt, welche Straßen gesperrt sind. Grafik: Sven Geske
 
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Kontrollierte Sprengung am Mittwoch - Anwohner werden evakuiert

Bei geplanten Untersuchungen für HessenForst haben Experten des Kampfmittelräumdienstes im Waldgebiet nördlich des Kaiser-Wilhelm-Turms (Spiegelslust) auf den Marburger Lahnbergen eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg geortet. Weil dieser schlecht zugänglich im Boden unter einem Baum liegt, wird die Bombe am Mittwoch, 31. August, kontrolliert gesprengt. Dazu werden Teile des oberen Ortensberges evakuiert und der Wald am Spiegelslustturm gesperrt.

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