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Originelle Krippen aus aller Welt

Ausstellung Originelle Krippen aus aller Welt

Eine der Attraktionen in der Adventszeit für Einheimische wie Touristen ist die große Krippenausstellung im Rathaus. In diesem Jahr bilden Krippen aus Marburg einen Schwerpunkt.

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Der Wenkbacher Heinrich Evelbauer steuert zwei Krippen bei. Diese hat er vor zwei Jahren neu gebaut und seitdem immer weiter verändert und vergrößert. Millionen Jahre alte Fossilien und Mineralien bedecken die Wände der beleuchteten Grotte.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Am Sonntag wird die beliebte Weihnachtskrippenausstellung im Rathaus eröffnet. Zum 17. Mal werden Darstellungen der Geburt Christi nach der Weihnachtsgeschichte, die aus aller Welt stammen, zu sehen sein. 80 bis 90 Prozent der etwa 70 Krippen seien noch nie bei der Ausstellung gezeigt worden, betont Organisator Horst Vigelahn aus Oberrosphe. Ihm komme es bei der Auswahl auf vielfältige und originelle Darstellungen an, nicht auf die Menge. Zu den internationalen Zugängen gehöre beispielsweise eine Krippe aus Äthiopien.

Im Vorjahr bildeten Herbergssuche, Flucht und Vertreibung das zentrale und höchst aktuelle Thema. „Dieses Jahr wollen wir besonders Marburg herausstellen, wobei wir davon ausgingen, dass es dort eigentlich ­keine Krippentradition gibt“, berichtete Vigelahn. Immerhin sieben Krippen sowie das Glasbild „Die Verkündigung“ aus der Werkstatt von Jakobus Klonk haben er und sein Team zusammengetragen. Darunter sind 60 bis 70 Zentimeter große Krippenfiguren der 2014 verstorbenen Diakonisse und Künstlerin Dorothea Steigerwald, ­eine ­Kirchenkrippe von St. Jost, ein Krippenhaus mit vielen Details, zwei Trachtenkrippen mit evangelischen und katholischen Trachtenfiguren und eine Hauskrippe aus dem 19. Jahrhundert. Als modernes Gegenstück dazu kann man eine Krippe der Emil-von-Behring-Schule ansehen, die dort am Computer entworfen und mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde.

Die kleinste Krippe ist aus Kirschkern entstanden

Einige Krippenbauer aus dem Landkreis werden auch vertreten sein. Zu den Stammausstellern gehört beispielsweise Heinrich Evelbauer aus Wenkbach, der unter anderem eine vor zwei Jahren erstmals gezeigte Krippe nochmals präsentiert. Diese hat er mittlerweile stark verändert, und durch Anbau einer Landschaft unter Verwendung von Naturmaterialien wie Baumpilzen, Kiefernborke, knorrigen Ästen und Wurzeln ist sie mit 1,35 mal 0,75 Meter mehr als doppelt so groß wie ursprünglich geworden. In einer beleuchteten Grotte, deren Wände Mineralien und Millionen Jahre alte Fossilien bedecken, liegt das Jesuskind.

Ebenso beeindruckend wie große, detailreiche Darstellungen ist das andere Extrem: Winzige Krippen, die kleinste ist aus einem Kirschkern entstanden. Einige Exponate, darunter eine­ künstlerisch wertvolle Professor-Karl-Kuolt-Krippe, bringt der Holzschnitzer Joachim Jähnel aus Heiligenstadt mit, der an den Wochenenden sein Kunsthandwerk vorführen wird.

Am 1. Advent um 14 Uhr wird die Krippenausstellung im Rathaus mit musikalischer Unterstützung des „Singkreises Oberrosphe“ eröffnet. Bis zum 4. Advent am 18. Dezember kann man sie täglich von 13 bis 18 Uhr besichtigen. Gruppen oder Schulklassen sollten sich vorab für Führungen anmelden, beim Fachdienst Kultur der Stadt, ­Telefon 06421/201763 oder bei Vigelahn und seinem Team, Telefon 06423/7137.

Es sollen weitere, teils spontane, musikalische Auftritte stattfinden, vor allem an den Wochenenden. Die Musikschule­ „Harmonie Kunterbunt“ aus Schröck will am 10. Dezember zwischen 14 und 16 Uhr kommen. Eventuell werde am 2. Dezember ein Chor mit Sängern aus verschiedenen Moskauer Kirchen, der im vergangenen Jahr beeindruckte, orthodoxe Gesänge vortragen.

von Manfred Schubert

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