Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Orientalische Familiengeschichte im Blickpunkt

CNMS Orientalische Familiengeschichte im Blickpunkt

Wie trugen orientalische Familien in der Frühen Neuzeit dazu bei, Wissen und Traditionen weiterzugeben? Diese Frage steht im Fokus eines Forschungsvorhabens am ­Orientzentrum.

Voriger Artikel
Ein Flughafen mit zwei Terminals
Nächster Artikel
Hellenen wählen mit Verzweiflung

Marburg. Die Marburger ­Orientalisten Professor Albrecht Fuess und Professor Christoph Werner vom Orientzentrum (CNMS) sowie ihre Partner erhalten für das Projekt unter dem Titel „Dynamik der Transmission“ eine Förderung in Höhe von 700 000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem französischen Drittmittelgeber „Agence nationale de la recherche“. Dies teilte die Marburger Uni-Pressestelle mit.

„Familiengeschichte ist in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem der anregendsten Gebiete der Nahost-Studien geworden“, erklärt der Iranist Christoph Werner, der das Projekt auf deutscher Seite leitet. Ziel des Vorhabens ist ein besseres Verständnis der Rolle der Familien und Verwandtschaftsgruppen in islamischen Kulturen vor dem Aufkommen der Moderne.

Wie der Islamwissenschaftler Albrecht Fuess ausführt, erweitert das neue Projekt die Agenda der familienhistorischen Orientalistik: Erstens weite es den Zeitrahmen auf die bisher kaum erforschte Frühe Neuzeit aus. Zweitens soll das Vorhaben die Kluft zwischen der persischen Welt und den arabischen Ländern überbrücken, die in der wissenschaftlichen Forschung besteht. Geografische Mobilität und kulturelle Schnittstellen verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit. Was konkret übertragen wird, kann ganz verschiedener Natur sein: mystisches Wissen und geistliche Autorität, militärisches Know-how oder politische und administrative Macht, aber auch literarische und künstlerische Traditionen.

Sie lassen sich anhand materieller Objekte nachweisen und können als symbolische und reale Manifestationen von Legitimität, Status und Macht betrachtet werden, erläutern die Forscher.

Ihnen steht ein breites Spektrum an Quellen zur Verfügung, darunter Archivmaterial sowie biografische Wörterbücher, historische Erzählungen und materielle Objekte. Neben den Arbeitsgruppen aus Marburg sind zwei französische Partner an dem neuen Vorhaben beteiligt: Dr. Maria Szuppe (Paris) sowie Professor Nicolas Michel (Aix-en-Provence/Kairo).

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr