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„Opfer eigener Politik“: Bürgerliche Kahle-Kritik

Baudezernent „Opfer eigener Politik“: Bürgerliche Kahle-Kritik

Ärger nach den Straßenbau-Aussagen des Baudezernenten: Die CDU wirft Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) „Misswirtschaft“ sowie „völlige Verantwortungslosigkeit“ vor - und fordert ihn zum Rücktritt auf.

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Ein zentrales Bau- und Verkehrsprojekt steht vor dem Aus: Die Weidenhäuser Brücke soll nach dem Willen der Parlamentsmehrheit auf unbestimmte Zeit nicht saniert werden.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Kahles Plädoyers für eine Fortsetzung der Bauprojekte Weidenhäuser Brücke und Rudolphsplatz-Umgestaltung scheinen zu verhallen: „Die Verschiebung ist die notwendige Konsequenz jahrelanger Misswirtschaft“, sagt Wieland Stötzel, CDU-Fraktionsvorsitzender. Nur in „völliger Verantwortungslosigkeit“ könne man die ­Finanzsituation ignorieren und meinen, man könne „ungehindert und unreflektiert weiter Schulden machen, um neue Projekte durchzuziehen“.

Die Finanzmisere der Stadt habe insbesondere der Bürgermeister zu verantworten, in seinen Dezernaten habe es immer wieder „Fehlplanungen, Kostenexplosionen und überplanmäßige Ausgaben“ gegeben. Stötzel nennt den Quasi-Neubau der Stadthalle und den Ketzerbach-Umbau als Beispiele.

Als zuständiger Dezernent trage Kahle die Verantwortung für den Zustand der Marburger Straßen.

Gelder habe er dafür nicht eingesetzt, stattdessen wurden sie für „seine ideologiegeprägten Lieblingsprojekte“ wie eine Lahnberge-Seilbahn und Windräder auf dem „Lichter Köppel“ eingesetzt. Der Bürgermeister wolle jetzt davon, von seinen „Hirngespinsten und Zwangssatzungen“ ablenken, sich als „Verfechter des Straßenbaus inszenieren“. Das sei „unverschämt und frech“.

"Von wem erwartet er jetzt Mitleid und Zuspruch?"

Kahle hatte im Nachgang des Parlamentsbeschlusses gesagt: „Ich bin bekanntlich kein Straßenfetischist, aber es ist fahrlässig, überhaupt nichts zu machen - erst recht, wenn man Fördergelder zur Verfügung hat.“ Andrea Suntheim-Pichler (BfM) entgegnet: „Von wem erwartet er jetzt Mitleid und Zuspruch? Er ist nun schlicht Opfer seiner eigenen Klientelpolitik geworden.“

Die Sanierung der Weidenhäuser Brücke und vor allem­ die Umgestaltung des Rudolphs­platzes hätten ihrer ­Ansicht nach - ganz unabhängig von den erteilten und seitens SPD/BfM und CDU abgelehnten Fördermillionen - „weit mehr Gelder verschlungen“ als veranschlagt. „Und das nicht nur wegen der Erfahrungen aus den letzten Jahren bei öffentlichen Bauvorhaben.“

Stötzel fordert Kahle zum Rücktritt auf: „Wenn er einen Funken Anstand haben würde, würde er die Konsequenzen aus seinem selbstverursachten Chaos tragen und endlich seinen Stuhl räumen.“ Marburg könne ihn sich „nicht mehr leisten“.

Die OP-Leser stehen dem ­Sanierungs- und Umbau-Aus indes kritisch gegenüber. 80 Prozent der Abstimmungsteilnehmer auf www.op-marburg.de halten es für falsch die ­genehmigten Fördergelder abzulehnen, 20 Prozent meinen, der Verzicht sei die richtige Entscheidung.

Die Umfrage war von Dienstag bis gestern online geschaltet, es nahmen 231 Leser teil.

von Björn Wisker

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