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„Ohne Judentum gäb‘s keine Christen“

Christlich-jüdische Zusammenarbeit „Ohne Judentum gäb‘s keine Christen“

Rund 60 Menschen verschiedener Konfessionen kamen am Sonntagmittag zum Festakt in die Synagoge.

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Der katholische Vorsitzende Dr. Klaus Dorn eröffnete den Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Quelle: Michael Hofstetter

Marburg. Die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit sind in der Bundesrepublik Deutschland nach der Zeit des Nationalsozialismus entstanden.

Die Marburger Gesellschaft gehört mit ihren 50 Jahren zu den ältesten in Deutschland, sagte der Vorsitzende Dr. Klaus Dorn. Darauf könne man stolz sein, sagte er zu den rund 60 Festgästen, die in die Synagoge gekommen waren.

Dorn zeichnete den Wandel der Institution nach, deren Aufgaben in der Gründungszeit die des Gedenkens und der Versöhnung war. Heute gäbe es ein neues Selbstbewusstsein des Judentums.
Die christlich-jüdischen Beziehungen seien geprägt von gegenseitigem Respekt und Neugier. Ein fruchtbarer Gedankenaustausch zwischen Religionen und Kulturen sei nur möglich, wenn jeder seine eigenen Wurzeln kenne, sagte der katholische Theologe.

Auch der katholische Pfarrer Albert Köchling und der evangelische Propst Helmut Wöllenstein – der auch Vorstandsmitglied der Gesellschaft ist – erinnerten an die Verbindungen zwischen Judentum und Christentum. „Jesus war ein Jude“, so Köchling. „Ohne Judentum gäbe es keinen Christus, kein Christentum und keine Botschaft der Liebe Jesu“, sagte er weiter.

Der Festakt in der Synagoge, den die Gruppe „Saitenwind“ musikalisch gestaltete, fand gestern am Eröffnungstag der „Woche der Brüderlichkeit“ Die jährliche Aktionswoche wird von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit seit 1952 ausgerichtet.

Bei der zentralen Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit“ am Sonntag im westfälischen Minden wurde mit dem Schriftsteller Navid Kermani erstmals ein Muslim mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet.

Ab Montag finden anlässlich der „Woche der Brüderlichkeit“ weitere Veranstaltungen in Marburg statt: Montag, 14. März, ab 19 Uhr in der Synagoge: Christlich-Jüdisches Bibelgespräch mit dem Thema: Der Noachitische Segen. Es sprechen Probst Helmut Wöllenstein und Thorsten Schmermund.

Donnerstag, 17. März, 19 Uhr, Synagoge: Vortrag „Zeit der Neuverpflichtungen“. Referent Pastor Friedhelm Pieper. Sonntag, 20. März: Cabaret „Di Bloye Katz“. Eine magische Reise zum Jiddischen Cabarét des Warschau der 30er Jahre mit Ruth Levin und Avishai Fisz. Beginnn ist um 18 Uhr, Technologie- und Tagungscenter, Softwarecenter 3.

von Anna Ntemiris

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.

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