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Ohne Ehrenamt „ganz schön verloren“

"Engagierte Stadt" Ohne Ehrenamt „ganz schön verloren“

Marburg ist in das bundesweite Netzwerkprogramm aufgenommen worden und wird für drei Jahre mit bis zu 50000 Euro gefördert.

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Peter Günther (von links), Katharina Krause, Katja Kirsch, Doris Heineck und Egon Vaupel wollen das freiwillige Engagement Studierender stärken.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Ehrenamtliches Engagement Studierender zu stärken und auszuweiten, ist Ziel eines Kooperationsprojekts der Stadt Marburg mit der Philipps-Universität und der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) freute sich, bei einem Pressetermin mit Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause sowie Doris Heineck, Peter Günther und Katja Kirsch von der Freiwilligenagentur verkünden zu können, dass die Stadt Marburg mit dem gemeinsam erarbeiteten Konzept in das bundesweite Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“ aufgenommen wurde und für drei Jahre mit bis zu 50000 Euro gefördert wird.

Marburg zähle nun als eine von 50 Kommunen, 272 hatten sich beworben, zu den ausgewählten Orten, in denen das bürgerschaftliche Engagement in den kommenden Jahren eine ganz besondere Rolle spielt. „Wir wären ganz schön verloren, wenn wir das Ehrenamt nicht hätten“, sagte Vaupel. Derzeit zeige sich das besonders beim Einsatz der Bürger für die Flüchtlinge.

Noch nicht ausgereizt, so Vaupel, sei das Potenzial von Studierenden, auch wenn beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr Marburg-Mitte außergewöhnlich stark von ihnen profitiere. Dass sich Stadt und Universität nun stärker vernetzten wollen, bezeichnete Krause als „eine großartige Sache“. Sie wisse, so Krause, dass Studierende heute weniger Zeit hätten als früher, gleichwohl gebe es Interesse, sich zu engagieren. Und das müsse freiwillig sein, es könne nicht angeordnet werden.

Viele sähen Marburg jedoch nur als Durchgangsstation, hätten Bezüge zum Ehrenamt eher in der Heimat. Um sie zu motivieren, gebe es, initiiert von den Rotariern und Uni-Mitarbeitern, derzeit bereits einen Wettbewerb zu Ideen und Engagement, dessen Preisträger Ende des Jahres bekanntgegeben werden. Mit der Freiwilligenagentur, so Krause und Vaupel übereinstimmend, habe man einen außergewöhnlich kompetenten Partner an der Seite.

Vorsitzender Peter Günther berichtete, dass in den vergangenen 14 Jahren einiges an Freiwilligenarbeit angestoßen worden sei. Er wisse, dass es bereits viel Engagement Studierender, vor allem im sozialen Bereich, gebe, das soll in der Öffentlichkeit bekannter gemacht werden. Und weitere Anreize zum Ausbau müssten gesetzt werden.

In den nächsten drei Jahren, so Günther, sollen die Rahmenbedingungen bei Einrichtungen, die Angebote für Ehrenamtliche vorhalten, im Sinne der Studierenden verbessert und ihre Zeiten berücksichtigt werden. Außerdem müsse klar werden, dass sich Qualifikationen auch dann lohnen, wenn die jungen Leute nur kurze Zeit in Marburg sind, sonst werde Potenzial verschenkt.

Heineck und Kirsch hoben hervor, dass neben der Ausrichtung der Angebote auf Studierende, die andere Erwartungen haben als Berufstätige oder Rentner, vor allem das Bekanntmachen von Angeboten wichtig sei. Auf den Internetseiten von Stadt und Uni könnten etwa entsprechende Links gesetzt werden. Innerhalb der Universität könnten engagierte Studierende auch Multiplikatoren sein, die mit ihrer Begeisterung für das Ehrenamt andere bei Informationsveranstaltungen mitziehen und deren Interesse wecken, sagte Heineck.

Studierende müssten wie alle anderen mit Spaß dabei sein, „sonst sehe es ziemlich düster aus“, so Günther. Vaupel ergänzte, dass Ehrenamt auch „Lebensbildung“ ist, die genauso wichtig wie das Studium sei.

Abschließend verwiesen alle Beteiligten darauf, dass das Projekt nachhaltig auch nach der Förderzeit ausgelegt sei, um dauerhaften Nutzen für die Allgemeinheit zu erreichen.

von Heiko Krause

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