Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Ökologen setzen sich für Biovielfalt ein

Tagung Ökologen setzen sich für Biovielfalt ein

Die Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie findet seit Montag im Uni-Hörsaalgebäude statt.

Voriger Artikel
„Baugenehmigung da - Halleluja“
Nächster Artikel
Saugleitung-Slalom und Baumstammziehen

Die Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie wurde gestern im Audimax eröffnet. Fotos: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Rund 500 Ökologen aus 34 Ländern von Norwegen bis Südafrika treffen sich noch bis zum 9. September zur Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie in Marburg. Unter dem Motto „150 Jahre Ökologie - Lektionen für die Zukunft“ ziehen sie eine Bilanz der ökologischen Forschung und diskutieren aktuelle Ergebnisse, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein. Die 1970 in Gießen gegründete Gesellschaft ist weltweit eine der größten Vereinigungen wissenschaftlicher Ökologen. „Seit der Begriff Ökologie vor 150 Jahren Jahrhunderten definiert wurde, hat die Forschung auf diesem Gebiet enorme Fortschritte gemacht“, sagt Professor Volkmar Wolters, Präsident der Gesellschaft, der die Tagung gestern im Audimax eröffnete. Angesichts schrumpfender Ressourcen und wachsender Weltbevölkerung gebe es aber noch viel zu tun für die Wissenschaftler.

Aufgabe der Gesellschaft für Ökologie sei es, in der zum Teil sehr emotional aufgeladenen Biodiversitätsdebatte das beste und aktuellste Wissen über die Entwicklung, den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt bereitzustellen“, so Wolters.

Die Gesellschaft hielt bereits vor neun Jahren ihre Tagung in Marburg ab. Lokaler Organisator ist der Marburger Tierökologie-Professor Brandl mit seinem Team.

Eine Woche lang tagen die Wissenschaftler in 30 Sitzungen zu Themen von Wald- bis Stadtökologie und von ökologischer Theorie bis zu Politikberatung. Auch über die Verarbeitung komplexer Daten wie Geodaten oder Bewegungsprofile einzelner Tiere diskutieren die Ökologen. Wie die historische Entwicklung der Ökologie von der Evolutionstheorie inspiriert wurde, erläutert Professor Matthias Glaubrecht in einem öffentlichen Vortrag am Dienstag, 6. September, um 20 Uhr (siehe HINTERGRUND).

Den Begriff „Ökologie“ prägte der deutsche Zoologe und Philosoph Ernst Haeckel im Jahr 1866. Er definierte diesen Wissenschaftszweig als Lehre von den Beziehungen zwischen Lebewesen und mit ihrer unbelebten Umwelt.

Exkursion in den Nationalpark Kellerwald-Edersee

Mit dem Tagungsmotto nimmt die Forscher-Gesellschaft darauf Bezug und möchte dazu anregen, durch einen kritischen Blick auf die Vergangenheit neue Perspektiven für die ökologische Forschung zum Wohle unseres Planeten zu gewinnen.

„Haeckel öffnete den Naturwissenschaften die Augen für das große Ganze der Wechselwirkungen zwischen Organismen und ihrer Umwelt“, sagt Professor Wolters.

Eigentlich würde auch heute solch ein Forscher gebraucht, „der uns zeigt, dass der Mensch durch das Ignorieren der Wechselwirkungen zwischen Organismen und ihrer Umwelt ökologische Probleme verursacht hat, die wir nur global lösen können“.

Die Gesellschaft zeichnet während der Tagung auch junge Ökologen für herausragende Forschungsarbeiten aus.

Zudem wird erstmals ein von Tagungsteilnehmern und Facebook-Nutzern gewähltes Naturfoto prämiert.

Bei Exkursionen in den Nationalpark Kellerwald-Edersee, die Heidelandschaft Hochsauerland und das Biosphären-Reservat Rhön sollen die Probleme in heimischen Biotopen für die Tagungsteilnehmer auch ganz praktisch vor Ort dargestellt werden.

von Manfred Hitzeroth

Hintergrund
Seinen öffentlichen Vortrag hält der Hamburger Professor Matthias Glaubrecht am Dienstag um 20 Uhr im Audimax im Uni-Hörsaalgebäude im Rahmen der ansonsten englischsprachigen wissenschaftlichen Tagung auf Deutsch. Glaubrecht redet über das Thema „Der Haeckel-Faktor. Oder: Wie Darwin und Wallace die Evolution entdeckten“. Dabei geht er darauf ein, dass Ernst Heckel in seiner „Generellen Morphologie“ vor 150 Jahren im Jahr 1866 erstmals die Ökologie als Disziplin benannte, die die Beziehungen der Organismen untereinander und zu ihrer unbelebten Umwelt erforscht. „Seitdem verfügen wir über einen Begriff für Faktoren, die jenen evolutionären Wandel vorantreiben, der im Juli 1858 in London erstmals öffentlich vorgestellt wurde“, erläutert Glaubrecht. Die Rede ist von Charles Darwins Evolutionstheorie.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr