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Öfter mal "Danke" sagen

Dankbarkeit Öfter mal "Danke" sagen

Schluss mit Nörgeln: Kirchen und Gemeinden wollen die Menschen dazu ermutigen, öfter „Danke“ zu sagen: Das tut nicht nur gut, sondern ist auch gesund, wie ein Marburger Psychologie-Professor herausgefunden hat.

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Fans halten ein Plakat mit der Aufschrift "Danke Martin" zum Abschied des früheren Skispringers Martin Schmitt.

Quelle: Frederik von Erichsen

Danke. „Danke für jedes kleine Glück“ heißt es in einem Kirchenlied des Dichters Martin Gotthard Schneider. Öfter Danke sagen – auch für die scheinbar kleinen Dinge des Lebens – darum geht es beim „Jahr der Dankbarkeit“, eine überkonfessionelle Initiative, an der sich über 50 Kirchengemeinden, Verlage, christliche Verbände und Vereine aus ganz Deutschland und der Schweiz beteiligen.

Hinter der Idee nach dem erfolgreichen „Jahr der Stille 2010“ und  der Aktion „Glaube am Montag“ im Jahr 2012 nun ein „Jahr der Dankbarkeit“ auszurufen,  steckt der Marburger Theologe und Verleger Frieder Trommer. Er ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Marburger Medien, ein Verlag, der Magazine und Broschüren mit christlichen Inhalten produziert. „Wir haben beobachtet, dass wir Menschen, besonders wir Deutschen, zum Nörgeln und Kritisieren neigen und dabei häufig vergessen, auch mal zu genießen und dankbar zu sein und unsere Dankbarkeit auch anderen gegenüber auszudrücken.“""

Auch während des Jahres der Dankbarkeit, das am Erntedankfest begann und am Erntedankfest 2016 enden wird, wird es in den an der Aktion beteiligten Kirchen verschiedene Veranstaltungen und Aktionen geben, die sich mit der Thematik befassen.

"Danke" sagen ist gesund

Besonders stolz ist Trommer auf einen eigens für diese Aktion mit dem Slogan „Nimm‘s doch wörtlich... Gott sei Dank“ bedruckten Smart, der in den kommenden Monaten auch in  Marburg und dem Landkreis  unterwegs sein wird und den mieten kann, wer sich beispielsweise mit Kuchen bei den „stillen Helden des Alltags“ bedanken will. Damit meint Trommer  vor allem diejenigen, deren Dienste wir häufig für selbstverständlich halten, wie die der Stadt, der Polizei, der Feuerwehr oder der  Notfall-Hilfe. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir, wenn wir uns verletzt haben oder es uns sehr schlecht geht, einen Rettungswagen rufen können der innerhalb weniger Minuten bei uns ist“, meint Trommer.

Dass „Danke“ sagen nicht nur gut tut, sondern auch gesund ist, beweist eine Studie von Professor Henning Freund von der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg. Der Psychologe erforschte zusammen mit Kollegen von der Universität Lüneburg die Effekte von Dankbarkeit auf das Allgemein-Befinden. Das Ergebnis: Dankbarkeit geht mit einer Reduktion von Sorgen, Grübeln einher. „Mit Dankbarkeit allein kann man keine Depression behandeln“, sagt er im Gespräch mit der OP. „Aber mit ihr sind positive Gefühle wie Freude und Glück verbunden.“ Das Problem: Dankbarkeit kommt nicht von allein, sie muss trainiert werden. „Wir können an einem Tag 50 positive Dinge erleben, aber wenn nur ein negatives Erlebnis dabei ist, ist es vor allem das, woran wir uns am Ende des Tages erinnern“, weiß Freund. Zusammen mit den Lüneburger Kollegen entwickelte er deshalb eine App, mithilfe derer Nutzer trainieren, das Positive in ihrem Leben stärker wahrzunehmen (die OP berichtete).

Doch auch ohne App lassen sich genug Gründe finden, dankbar zu sein, wie eine OP-Umfrage zeigt (siehe unten).
Mehr Informationen finden Sie im Internet auf www.jahr-der-dankbarkeit.net

von Ruth Korte

Umfrage:

Josefa Zimmermann (63): Ich bin für vieles dankbar: Zum Beispiel für das Leben, das Wetter, oder Essen und Trinken. Im Grunde genommen für alles, was um mich herum ist.

Benjamin Jödt (26): Ich bin dankbar für alles, was ich habe: Familie, Freunde und dass es mir gesundheitlich nicht schlecht geht. Ich bin am Freitag Fallschirm gesprungen und auch dafür bin ich dankbar, dass ich heile wieder runtergekommen bin.

Leif Eriksson (69): Für das Leben und dafür, dass wir gutes tun können. Die Welt befindet sich in einem Chaos, gerade mit den ganzen Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen. Wir müssen das beste daraus machen. Als Christen müssen wir offene Arme haben.

Julia Witzel (19): Ich bin einfach dankbar dafür, dass ich jetzt zurück nach Marburg kommen kann und das Studium nach den doch recht langen Semesterferien weitergeht. Ich bin auch dankbar dafür, dass ich  hier schon so guten Anschluss gefunden habe.

Kasper Debring (66): Ich bin dankbar, dass ich hier in Ruhe und Frieden leben kann. Besonders in der heutigen Zeit ist es wichtig zu wissen, dass wir da schon sehr bevorteilt sind und „auf der Insel der Glückseligen“ leben –  dazu rechne ich Marburg auch.

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