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Oberstadt-Messerstecher aus U-Haft entlassen

Auf freiem Fuß Oberstadt-Messerstecher aus U-Haft entlassen

Der mutmaßliche Messerstecher (26), der Mitte Oktober einen Studenten am Schuhmarkt getötet haben soll, sitzt nicht mehr in Untersuchungshaft. Das bestätigt die Marburger Staatsanwaltschaft auf OP-Anfrage.

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Blumen und Kerzen erinnerten vor dem Schuhmarkt an die blutige Tat.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die stellvertretende Leiterin der Marburger Staatsanwaltschaft, Ute Seelbach-Schellenberg, sagte der OP, der Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen sei gegen Auflagen außer Kraft gesetzt. Der junge Mann musste seinen Reisepass abgeben und hat sich einmal pro Woche bei der Polizei zu melden. Seelbach-Schellenberg betonte, dass der Haftbefehl dadurch nicht aufgehoben ist: „Dringender Tatverdacht besteht nach wie vor.“ Vermutlich Anfang des Jahres werde die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zum Tathergang abgeschlossen haben.

In den frühen Morgenstunden des 12. Oktober war ein 20-Jähriger vor einem Klub in der Reitgasse nach einer Messer-Attacke gestorben. Offenbar eskalierte zuvor ein Streit zwischen zwei Gruppen. Der Hauptverdächtige stellte sich wenige Stunden nach dem Angriff der Polizei.

Die Messerstecherei - gepaart mit mehreren anderen gewalttätigen Übergriffen in dem Zeitraum - entfachte eine anhaltende Debatte über die Sicherheit in der Oberstadt. Die Stadtverwaltung ordnete nach dem Vorfall verstärkte Streifen von Polizei und Ordnungsamt an.

Der Anwalt des Tatverdächtigen, Sascha Marks, wertete die Aussetzung des Haftbefehls als „gutes Zeichen“. Es bestehe bei seinem Mandanten keine Fluchtgefahr. Deshalb sei es richtig, dass der 26-jährige Pharmaziestudent Weihnachten in Freiheit verbringe.

Laut Marks habe in der Tatnacht gegen 5.30 Uhr morgens am Schuhmarkt „absolutes Chaos“ geherrscht. Eine Vielzahl von Zeugen hätten „ganz unterschiedliche Aussagen“ gemacht, die nicht sehr übereinstimmend seien. Marks spricht von einem Taschenmesser, das sein Mandant unter hochgradigem Alkoholeinfluss - 2,8 Promille zum Tatzeitpunkt - gezogen habe. Es könne sein, dass er mit dem Opfer in dem „Tumult und Durcheinander einfach unglücklich zusammengerasselt“ sei, erklärt Marks und spricht von einem absolut tragischen Ereignis.

Fakt ist, dass der Stich mit dem Taschenmesser den 20-Jährigen tödlich in die Herzgegend getroffen hatte.

von Till Conrad und Nadine Weigel

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