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Oberstadt-Lärm: Rücksicht gefordert

Sperrstunde Oberstadt-Lärm: Rücksicht gefordert

Während draußen Ausnahmezustand wegen „Marburg b(u)y Night“ herrschte, tagte das Stadtparlament - allerdings kürzer als sonst. Draußen war es laut, drinnen ging es um eine mögliche Sperrstunde.

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Quelle: Thorsten Richter

Fast schon traditionell fielen die Parlamentssitzung und das große Einkaufs­event „Marburg b(u)y Night“ wieder einmal zeitlich zusammen. Auch in diesem Jahr beeinflusste das Geschehen vor der Tür des Parlamentssitzungssaals die Sitzung. So verließ Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) für längere Zeit den Saal, um vor dem Parkhaus am Pilgrimstein die nächtliche Illumination zu eröffnen. Wenige Stunden später hatten auch die Volksvertreter noch die Chance, sich in der belebten Fußgängerzone unters Volk zu mischen. Dafür sorgten sie auch selber, in dem sie die Debattenzeit deutlich kürzlicher hielten als in den vorangegangenen Sitzungen.

Erfreut zeigte sich Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer (SPD) auch darüber, dass sich die Stadtverordneten an eine zuvor im Ältestenrat festgelegte Maxime hielten. Es ging darum, die Diskussionen bei aller sachlichen Differenz nicht in persönliche Beschimpfungen ausarten zu lassen. Dies gelang besonders gut bei der Debatte um Lärm und Vandalismus in der Oberstadt, bei der es in der letzten Sitzung und in den Ausschüssen teilweise zu erbitterten Auseinandersetzungen gekommen war. Dies war am Freitag nicht der Fall, „Wir streiten uns nur über den richtigen Weg, wie wir den Lärm stoppen wollen“, sagte Jan Sollwedel (Grüne). Zuvor hatte Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg) gefordert, ab 2013 versuchsweise für ein Jahr für die Kneipen in der Oberstadt die Sperrstunde freitags und samstags ab 3 Uhr einzuführen und unter der Woche bereits ab 1 Uhr. Diese Anregung fand aber keine Zustimmung bei den anderen Fraktionen.

Oberbürgermeister Vaupel will den Vorschlag von Rot-Grün aufgreifen und noch einmal alle Beteiligten zu einer Veranstaltung an einen Tisch einladen. Dort soll auch noch einmal über die Kritik an dem Verhalten von Gastronomen geredet werden. Vaupel hofft, dass durch ein solches Treffen eine tiefere Verlässlichkeit in die Absprachen kommt. „Wenn wir die Oberstadt als Wohnbezirk erhalten wollen, dann muss es ein gewisses Regelwerk geben“, machte Vaupel unmissverständlich deutlich. So müssten die Menschen, die sich nachts oder am frühen Morgen in der Oberstadt aufhalten, auch an die dort wohnenden Menschen denken, die nachts schlafen wollten. Dass es diese Rücksichtsnahme gebe, könne man aber nicht nur an Sperrzeiten festmachen, sagte Vaupel. Am Freitag bot sich den Stadtverordneten nach der gegen 20.30 Uhr beendeten Sitzung ein gutes Beispiel dafür, wie lebendig es auch in den Abendstunden in der Oberstadt sein kann. Über Rekordbesuch für „Marburg bu(y) Night“ freuten sich Tourismusmanager Klaus Hövel, die Gastronomen und die Einzelhändler.

Keine Überraschungen gab es bei den übrigen beiden Aussprachen, die nach der Stadthallen-Debatte (die OP berichtete) noch folgten. Sowohl in der Debatte über die Erhöhung der öffentlichen Parkgebühren als auch in der Debatte über die größtenteils erhöhten Friedhofsgebühren wurden die aus den Ausschüssen bekannten Argumente wiederholt. Mit großer Mehrheit wurden beide Anträge verabschiedet. Die CDU und die bürgerlichen Fraktionen hatten gegen die Parkgebühren-Erhöhung votiert. Die Erhöhung der Friedhofsgebühren fand keine Zustimmung bei der „Marburger Linken“.

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