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Oberstadt-Anwohner klagen über laxe Knaller-Kontrollen

Böllerverbot Oberstadt-Anwohner klagen über laxe Knaller-Kontrollen

Oberstadt-Anwohner kritisieren das Ausbleiben von Kontrollen des geltenden Raketen- und Böllerverbots in dem Ausgeh-Stadtteil. Einige fürchten ein „kreuzgefährliches Treiben“.

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Silvester-Szene am Marktplatz: Trotz Brandgefahren und Böllerverbot wird zu jedem Jahreswechsel gezündelt.

Quelle: Archiv

Marburg. „Recht hat mit Realität nichts zu tun, das weiß jeder, der sich das Treiben in der Stadt heute mal anschaut. Gerade rund um das Schloss ist das ein kreuzgefährliches Treiben – aber das kümmert offenbar keinen. Hauptsache, die Autos parken nicht falsch und bekommen Strafzettel“, sagt Sabine Bettelmann im OP-Gespräch.

„Ich kann verstehen, dass auch die Polizisten keine Verletzungen riskieren wollen. Und doch kann es nicht sein, dass Hunderten Volltrunkener quasi eine rechtsfreie Zeit im brandgefährdetsten Stadtteil überhaupt gestattet wird – von der Verletzungsgefahr für Menschen ganz zu schweigen“, sagt Ferdinand Leder der OP.

„Inzwischen interessiert dieses Verbot doch niemanden mehr. Warum auch? Wen soll die Androhung von Bußgeldern beeindrucken, wenn keiner da ist, der sie verhängt?“, schreibt OP-Leser Max Paul im sozialen Netzwerk Facebook. Natürlich könnten die Behörden nicht alles und überall kontrollieren, „aber selbst an den ganz zentralen Stellen wird doch niemand durch das Ordnungsamt belästigt.“ Am Schloss werde man „nach wie vor gezielt abgeschossen und auf dem Marktplatz kann entspannt geböllert werden, was das Zeug hält“, ergänzt er. Die jährlichen Aufrufe und Appelle des Magistrats seien „eine Unverschämtheit und für mich als Anwohner eine verantwortungslose Verarsche, solange nicht ein einziges Mal auch konsequent reagiert wird.“ Die Appelle hätten nicht bewirkt, dass nichts Schlimmes geschehen sei – „sondern einfach nur pures Glück“.

Hintergrund: Bundesgesetze verbieten das Zünden von Böllern und Abschießen von Raketen in der Nähe von Fachwerkhäusern – daher hat der Magistrat erneut auf diese Regel speziell in der Oberstadt hingewiesen. Kontrollen werde es geben – jedoch sei das wegen des Besucherandrangs und anderer Aufgaben nicht überall möglich.

Eine Internet-Umfrage auf der Internetseite www.op-marburg.de hat ergeben, dass sich rund 61 Prozent der Abstimmungs-Teilnehmer an das Verbot halten wollen. 39 Prozent haben angekündigt, die Anweisung zu ignorieren.

von Björn Wisker

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