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OP eröffnet den „Straßenwahlkampf“

Verkehr im Nordviertel OP eröffnet den „Straßenwahlkampf“

OP vor Ort: Direkt an der Bahnhofstraße, am Brennpunkt des Nordviertel-Verkehrs, läutete die Oberhessische Presse am Donnerstag den Kommunalwahlkampf ein.

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Pro und Contra Verkehrsversuch im Marburger Nordviertel: Darüber wurde am Donnerstag lebhaft diskutiert beim OP-Ortstermin in der Bahnhofstraße.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Einen „Straßenwahlkampf“ der besonderen Art gab es am Donnerstagabend im Marburger Nordviertel, wo sich unter dem blauen Mini-Zelt der OP Vertreter aller für das nächste Stadtparlament kandidierenden Parteien sowie zahlreiche Bürger trafen.

Ziel war es, unter der Moderation des stellvertretenden OP-Chefredakteurs Till Conrad und von OP-Redakteur Björn Wisker vor Ort im Angesicht des Feierabendverkehrs über die Auswirkungen des Verkehrsversuchs zu diskutieren. Im Hintergrund brummte fast pausenlos der Autoverkehr. Doch einen größeren Stau gab es für die Passanten und die Teilnehmer am OP-Forum nicht zu beobachten.

„Außer Ärger, Ärger zwischen den Verkehrsteilnehmern, Zeitraub und Stau hat es nichts gebracht“: Mit diesem vorgelesenen Zitat aus einem Facebook-Beitrag von OP-Leserin Sylvia Mosawar startete Wisker in die Debatte. Sie arbeite in der Bahnhofstraße und brauche nun etwa nach Feierabend „ganze 20 Minuten“ länger, hieß es weiter.

Trotz des Regenwetters waren etwa 70 Menschen zum OP-Ortstermin in der BahnhofstrassŸe gekommen.

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Und auch danach kamen in einer ersten Statement-Runde erst einmal Bürger zu Wort. So sagte ein Vater einer behinderten Tochter, es sei immer schwieriger, in die Stadt zu kommen und Parkplätze zu finden.

Wolfgang Schuch vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub hingegen plädierte dafür, auf „unnötige Autofahrten“ unter drei Kilometern Länge zu verzichten. Für Mathias Handle hat der Verkehrsversuch im Nordviertel bisher nicht den gewünschten Effekt gehabt. Im Gegenteil: Er brauche bei der Fahrt durch das Nordviertel täglich 50 Prozent länger.

So vielgestaltig wie die Bürgermeinungen, so unterschiedlich waren auch die Statements der Politiker. Für CDU-Chef Dirk Bamberger hat die bisherige Umsetzung des Verkehrsversuchs keine Verbesserungen gebracht. Deswegen plädiert er für einen Rückbau und wieder die Anlegung von zwei Fahrstreifen in der Bahnhofstraße stadteinwärts ab der Elisabethbrücke.

Das sieht Dr. Elke Neuwohner (Grüne) ganz anders. Die Änderungen bei dem Verkehrsversuch seien Teil eines Gesamtkonzeptes, sagte Neuwohner. Man müsse dem Verkehrsversuch auch ein wenig Zeit geben. „Warum müssen sich immer nur Radfahrer und Fußgänger anpassen“ fragte die Grünen-Politikerin und forderte auch ein wenig Kompromissbereitschaft bei den Autofahrern ein.

Der Verkehrsversuch sei eine halbherzige Umsetzung der städtischen Pläne, meinte Jan Schalauske (Marburger Linke). Seit 25 Jahren werde darüber geredet, dass die Elisabethstraße zur Umweltstraße umgestaltet werden solle, was aber nicht geschehe.

OB Spies sieht B-3-Abfahrt als Problemfaktor

Für eine positive Herangehensweise an das Thema plädierte Christian Großmann vom Gewerbeverein Nordstadt, denn eine Negativdebatte schade nur den Interessen der Einzelhändler und des gesamten Viertels. Zentral seien einerseits die gute Erreichbarkeit des Viertels auch mit dem Auto aber auch eine gesteigerte Aufenthaltsqualität, sagte Großmann.

Der neue Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) sagte zu, dass er sich den vom Stadtparlament erst vor einigen Wochen beschlossenen Verkehrsversuch erst einmal in Ruhe anschauen werde. Klar sei schon, dass sich der Versuch in die richtige Richtung entwickele, so Spies. Man müsse dem Versuch aber Luft lassen. Allerdings sollten Ende Januar die Ampelschaltungen an den neuralgischen Kreuzungen noch einmal optimiert werden. Ein Hauptproblem beim Autoverkehr in der Bahnhofstraße sei es, dass die Abfahrt von der Stadtautobahn auf Höhe des Hauptbahnhofs immer mehr zu einer Hauptabfahrstraße in die Stadt werde.

Über den weiteren Verlauf der Diskussion und die Statements der übrigen Politiker berichten wir in am Freitag ausführlich.

von Manfred Hitzeroth

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