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OP-Parkplatz-Test: Wie lautet das Fazit?

Selbstversuch OP-Parkplatz-Test: Wie lautet das Fazit?

So bewerten die OP-Redakteure nach dem Park-Praxistest die Situation in der Universitätsstadt.

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Die Parkplatztester in Marburg: OP-Redakteure Björn Wisker (links), Till Conrad und Michael Arndt. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Kern-Thesen im Konflikt zwischen Stadt-spitze und kritischen Autofahrern, zwischen Koalition und Opposition im Check.

n Die erste Magistrats-Behauptung: „Länger als zehn Minuten braucht man nicht vom UB-Parkplatz oder vom Alten Gaswerk am Afföller in die Innenstadt.“ Einschätzung der OP: Die Aussage stimmt so nicht. Zwar ist der Oberstadtaufzug von den zentralsten Parkplätzen aus tatsächlich in weniger als zehn Geh-Minuten erreichbar - wenn man recht jung und gesund ist, keine Einkäufe zu tragen hat. Von den Parkplätzen an den Afföllerwiesen oder der Bahnhofstraße dauert es - bei flottem Laufschritt - doppelt so lange wie der Magistrat es angibt.

n Die zweite Magistrats-Behauptung: „Fünf bis zehn Minuten Fußweg sind jedem zumutbar.“ Einschätzung der OP: Das ist richtig. Bequemlichkeit im Deckmantel von Komfort ist kein schlüssiges Argument. Ob Senioren die Strecken problemlos bewältigen können, ist aber sicher fraglich.

n Die dritte Magistrats-Behauptung: „Es gibt außerhalb von Spitzenzeiten ausreichend Parkmöglichkeiten im Zentrum.“ Einschätzung der OP: Das scheint korrekt zu sein. An den OP-Testtagen, Feierabendverkehre (Donnerstag und Freitag), hatte keiner der drei Tester das Problem, eine (kostenpflichtige) Stellfläche zu finden. Anders sieht das mitunter zu Haupteinkaufszeiten, samstags, und bei Großveranstaltungen - etwa Weihnachtsmarkt oder Stadtfest - aus. Die Gesamtzahl der Stellflächen im öffentlichen Innenstadt-Raum (rund 1400) ist im Vergleich zu anderen Städten in Marburg geringer: Gießen hat mehr als 4000, Tübingen mehr als 1750 und Heidelberg mehr als 2750 Parkplätze in der Nähe der Einkaufs- und Touristenzonen.

n Die vierte Magistrats-Behauptung: „Parken in Marburg ist nicht überteuert.“ Einschätzung der OP: Das scheint richtig zu sein - mit einer Einschränkung. Rechnet man den Mittelwert der Preise der zentralsten Stellplätze aus, zahlen Kunden etwas mehr als einen Euro pro Stunde. Das ist weniger als in Heidelberg (1,70 Euro pro Stunde im Schnitt) und Gießen (1,50 Euro) und Tübingen (1,30 Euro). Jedoch: Preis-Fairness bemisst sich für Bummel-Fans auch an der Relation zur gebotenen Angebotsvielfalt. Dass diese in Marburg gegeben ist, bezweifeln einige. Gängige Redewendung: „Zum Shoppen muss man nach Gießen oder Wetzlar.“

n Lösungsvorschlag der OP: Die Erweiterung der Flächen an der Universitätsbibliothek (rund sieben Minuten Fußweg zum Oberstadtaufzug) samt geringer Preissenkung (laut Stadt-werke bislang 0,30 Euro pro 30 Minuten) würde Hunderte Plätze schaffen, damit auch Spitzenzeiten abfedern.

von Björn Wisker

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