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OB will weitere Tempo-30-Zonen

Temporeduzierung OB will weitere Tempo-30-Zonen

Die Stadt hält an ihrem Ziel fest, auf weiteren Straßen Tempo 30 anzuordnen. Bis es soweit ist, kann es aber noch dauern.

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Die Ockershäuser Allee ist seit dem Jahr 2015 Tempo-30-Zone. Die Stadt will weitere Tempo-30-Zonen einrichten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nahezu alle nichtklassifizierten Straßen (Straßen, die keine Kreis-, Landes- oder Bundesstraßen) sind in Marburg Bestandteil von Tempo-30-­Zonen. Im Jahr 2015 waren im Stadtteil Ockershausen die Straßenzüge Ockershäuser Allee/­Herrmannstraße und Leopold-Lucas-Straße/Zwetschenweg sowie die Wehrdaer Straße als vorerst letzte Tempo-30-Zonen­ eingerichtet worden. Damit sind, so Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) auf Anfrage der OP, alle innerörtlichen Straßen als Tempo-30-Zone beschildert.

Nach einer Änderung der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2015 können die Städte unter bestimmten Voraussetzungen auch auf überörtlichen Straßen Tempo 30 anordnen - allerdings sind die Voraussetzungen dafür strenger als bei innerörtlichen Straßen.

Gesetzeslage ließ Vorhaben in Frankfurter Straße scheitern

Spies sagte gegenüber der OP, Ziel der Stadt bleibe, auf möglichst allen Straßen Tempo 30 einzuführen, wo dies, etwa von Anliegern, gefordert wird. Die Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 bringe ein mehr an Sicherheit vor allem für Radfahrer und Fußgänger. Kandidaten für Tempo 30 wären unter anderem die Frankfurter Straße, die Biegenstraße oder die Graf-von-Stauffenberg-Straße. „Wir prüfen das bei allen Straßen durch“, sagte Spies. Ziel sei, „in absehbarer Zeit“ einen Überblick darüber zu gewinnen, auf welchen Straßen eine Temporeduzierung angeordnet werden kann, ohne dass dies vom Gesetzgeber gleich wieder einkassiert wird.

Zuletzt war Tempo 30 für die Frankfurter Straße an der Gesetzeslage gescheitert. Im Jahr 2013 wollte die Stadt dort auf Anregung aus einem Bürgerbeteiligungsverfahren die Geschwindigkeit begrenzen. Im Frühjahr 2017 hatte das Stadtparlament den Magistrat beauftragt zu prüfen, ob Tempo 30 in der Frankfurter Straße eingerichtet werden kann.

Hessens Verkehrsminister Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) hatte am Montag beklagt, dass Gemeinden kaum das Förderprogramm des Landes zum Umbau von Straßen in Tempo-30-Zonen in Anspruch nehmen. Das Programm hatte die schwarz-grüne Koalition 2016 aufgelegt. Es fördert unter anderem Maßnahmen wie eine Verengung der Fahrbahn, Verbreiterung der Gehwege oder den Bau von Verkehrsinseln. Die Investitionen werden vom Land mit bis zu 85 Prozent der Kosten bezuschusst.

OP-Leser fordern Kontrollen

Spies bestätigte, dass die Stadt keine Landesmittel beantragt habe. Das liege zum einen daran, dass Marburg als relativ wohlhabende Stadt kaum in den Genuss einer Maximalförderung kommen werde. Zum anderen müsste der Eigenanteil der Stadt gesehen werden, und da müsse man sich entscheiden, ob man das vorhandene Geld lieber für verkehrsberuhigende Umbauten - etwa Verkehrsinseln oder breitere Bürgersteige - ausgibt oder für andere Zwecke.

Leser der OP, die wir über unseren Whatsapp-Kanal um ihre Meinung zu Tempo-30-Zonen im Kreis gebeten haben, sehen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Verkehrsberuhigung und Kontrollen: „Es ist zwar schön, eine Dreißiger-Zone generell einzuführen (siehe Stadtallendorf), aber was nützt das alles, wenn doch auf 200 Meter versucht wird, einen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Für das Ganze fehlt Polizeikontrolle“, schreibt etwa Manfred Burk (61) aus Stadtallendorf.

„Was bringt eine­ Tempo-30-­Zone, wenn keiner sie einhält?“, gibt Lena Reichel aus Dautphetal-Holzhausen zu bedenken und Heinrich Nau aus Großseelheim findet, dass Kontrollen wichtiger wären als die maximale Ausbaustufe einer Tempo-30-Zone.

von Till Conrad

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