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OB warnt vor grassierender Intoleranz

Neujahrsempfang OB warnt vor grassierender Intoleranz

Gegen Pegida, für Offenheit und Internationalität: Die Organisatorinnen der Antigida-Proteste Anfang Januar sollen laut Egon Vaupel (SPD) die Auszeichnung "Botschafter für Demokratie und Toleranz" erhalten. Die Bundesregierung habe die Nominierung bereits erhalten.

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Sorgen um die Finanzen in der Universitätsstadt, Plädoyer für ein Fortbestehen von Hilfsbereitschaft, Offenheit und Toleranz in der Stadt sowie eine Vorschau auf die letzten politischen Vorhaben bis zum Ende seiner Amtszeit im Dezember: Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) sprach beim Neujahrsempfang.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Applaus für Antigida: Mehr als 1000 geladene Gäste des Neujahrsempfangs der Universitätsstadt haben sich am Samstagabend gegen die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands“(Pegida) gestellt. Mit lautem, lang anhaltendem Klatschen reagierten Vertreter aus Sport, Kultur, Wirtschaft, Verbänden, Vereinen und Politik auf die Aussage von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), die zwei Medizinstudentinnen für die Auszeichnung nominiert zu haben.

„3500 Menschen sind dem Protestaufruf, die von diesen beiden Frauen organisiert wurde, gefolgt. Sie haben bewiesen, dass Pegida und dieses Gedankengut in dieser, in unserer Stadt keine Chance hat!“ In Relation zur Bevölkerungszahl habe in Marburg am 5. Januar „mit die größte Demonstration in ganz Deutschland“ stattgefunden. Der Preis „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ ist eine der bedeutendsten Anerkennungen um zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland. 2015 wird er zum 14. Mal verliehen.

1000 Menschen kamen zum Neujahrsempfang der Stadt Marburg. Oberbürgermeister Egon Vaupel hielt seine letzte Neujahrsansprache und plädierte für mehr Toleranz (Fotos: Nadine Weigel).

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Vaupel plädierte in seiner letzten Neujahrs-Rede als Oberbürgermeister für einen Erhalt dessen, was er als Marburger Grundwerte versteht: Hilfsbereitschaft, Offenheit und Toleranz. „In dieser Stadt mit Herz zählt der Mensch. Jeder einzelne aus jeder Nation, jeder Kultur bereichert uns.“ Das Stadt-oberhaupt nutzte die Rede als Angriff auf Mitglieder rechter Burschenschaften und den Marktfrühschoppen. „Den Mitgliedsbünden der Deutschen Burschenschaft werden wir den Marktplatz als Treffpunkt bald entziehen“, sagte er. Vaupel richtete einen Appell an den Marktfrühschoppenverein. „Verzichten Sie auf ihr juristisches Recht, bieten sie den Rechten kein Forum!“

Er skizzierte in seiner Ansprache zudem einige politische Vorhaben:

  • Wohnungsnot: „Im Sommer wird die Gewobau vorschlagen, an welchen Stellen in der Innenstadt 100 zusätzliche Sozialwohnungen entstehen können.“
  • Schrägaufzug zum Schloß: „Das Planfeststellungsverfahren soll in diesem Jahr beginnen. Wenn die Zuwegung in einigen Jahren gebaut wird, der Fachbereich Physik auf die Lahnberge umgezogen ist, könnte ich mir ein Hotel am Renthof sehr gut vorstellen.“ Es habe sich kürzlich erneut gezeigt, dass die Gästezimmer-Kapazitäten in Marburg nicht ausreichen, um den zunehmenden Andrang zu bewältigen.
  • Altenhilfe: „Ende diesen Monats wird dem Stadtparlament ein Konzept vorliegen, wie sich der Magistrat moderne und Pflegeangebote vorstellt.“
  • Parkplätze / Allianzhaus: „Die Sanierung des Gebäudes soll in diesem Jahr begonnen werden. Ich habe den Beteiligten in diesem Bereich empfohlen, bei den weiteren Planungen das Sparkassengrundstück für ein modernes Parkhaus einzu-beziehen.“
  • Weltkulturerbe: „Unsere erste Bewerbung ist zwar gescheitert. Aber das Gutachten, das von Professor Willem Frijhoff geschrieben wurde, ist faszinierend und eine gute Vorlage um weiter an unserem Ziel zu arbeiten.“
  • B 3-Tunnel und Buga 2029: „Die Machbarkeitsstudie wollen wir in diesem Jahr in Auftrag geben. Die mit diesem Langfrist-Projekt verbundene Bundesgartenschau historische Chance für die Stadtentwicklung.“

von Björn Wisker

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