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OB-Kandidaten: Was sehen Sie?

Teil 1 von 5 der OP-Foto-Interpretation OB-Kandidaten: Was sehen Sie?

Der Countdown läuft: Noch 50 Tage sind es bis zu der Oberbürgermeister-Wahl in der Universitätsstadt. Fünf Männer und eine Frau kandidieren für das Amt, darunter ein parteiloser Bewerber. Nachdem die Oberhessische Presse alle sechs Kandidaten in Form eines „Steckbriefs“ vorgestellt hat, folgen jetzt weitere Darstellungsformen als Komponente unserer täglichen Berichterstattung.

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Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Heute startet der erste von insgesamt fünf Teilen der Serie „Was sehe ich?“

Die OP-Redakteure haben in den vergangenen Tagen allen sechs Bewerbern verschiedene Fotomotive aus Marburg vorgelegt. Die Politiker sollten im Anschluss spontan erzählen, was sie auf dem jeweiligen Bild sehen. Eine Minute Zeit zum Überlegen blieb den Betrachtern, es kamen kurze und kreative Antworten dessen, was sie mit den jeweiligen Motiven verbinden.

Heute ist ein Foto zu sehen, das ein Wohnhaus – in Marburg als Affenfelsen bekannt – in der Gisselberger Straße zeigt. Im Vordergrund ist eine Blumenwiese zu sehen.

Ein Bild, das vielleicht mehr aussagt, als auf den ersten Blick sichtbar?

Dirk Bamberger (CDU, 42 Jahre, Diplom-Sparkassenwirt): Das ist echt ein tolles Bild. Sehr interessant finde ich den krassen Widerspruch zwischen Beton und Natur. Die Naturwiesen, die an einigen Stellen in der Stadt eingesät worden sind, empfinde ich als sehr belebend. Wir müssen der Natur Räume geben sich zu entfalten, dann zeichnet sie die schönsten Bilder im Leben.

Marius Beckmann (Die Partei, 25 Jahre, Student): Ich sehe eine blühende Landschaft und den Affenfelsen. Ich bin sehr froh, dass sich der Plan nicht durchgesetzt hat, dass die ganze Oberstadt aussieht wie der Affenfelsen. Aber die Aussicht von da oben ist wunderschön, und den schlechten Ruf hat das Gebäude vielleicht zu Unrecht.

Dr. Elke Neuwohner (Bündnis 90/Die Grünen, 39 Jahre, Hausärztin): Ich sehe ein eintöniges Hochhaus, umrahmt von einer wunderschönen, vielfältigen Blumenwiese. Auch schlimme Dinge kann man also schön
machen.

Jan Schalauske (Die Linke, 34 Jahre, Politikwissenschaftler): Exemplarisches Symbol für die lange Geschichte der Bausünden in der Stadt. Es gibt hier eine Tradition vom Abriss historisch bedeutsamer Häuser, sei es das Wirtshaus an der Lahn, die Stadtsäle oder andere. Das hat das Stadtbild sehr beeinträchtigt, dabei muss man es erhalten, aus kulturhistorischen und touristischen Gründen. Aber der Affenfelsen, das bedeutet auch Wohnungen, bezahlbarer Wohnraum, von dem es Hunderte mehr braucht.

Dr. Thomas Spies (SPD, 52 Jahre, Landtagsabgeordneter): Unter dem Pflaster blüht der Strand. Der Affenfelsen ist sicher ein Beispiel eines zu starken technischen Fortschrittglaubens, mit zu wenig Sinn für menschliche Dimensionen. Aber Blumen sind stärker.

Rainer Wiegand (Parteilos, 57 Jahre, Künstler): Schöne Begrünung – das hat mein Grünflächenamt gut gemacht, sage ich schon mal, bevor ich gewählt worden bin. Das Ganze könnte aber auch eine Parodie auf Stadtallendorf, deren Slogan „Die junge Stadt im Grünen“ sein, wobei Marburg demgegenüber eigentlich die „Jungebliebene alte Stadt im Grünen“ sein könnte. Und Hochhäuser mag ich nicht so, da wohnen halt auch Menschen, aber ich bevorzuge zweistöckige Gebäude. Zumal solche Hochhäuser ja recht schnell brennen können.

von Anna Ntemiris und Björn Wisker

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