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OB-Kandidat wirbt für Klinik-Einstieg

Dr. Thomas Spies OB-Kandidat wirbt für Klinik-Einstieg

Kommunaler Einstieg in das Universitätsklinikum (UKGM), Skepsis bei Seilbahnbau und ein Bahn-Stop in Marburg-Mitte: SPD-OberbürgermeisterKandidat Dr. Thomas Spies (52) hat beim Nominierungsparteitag erste politische Ideen skizziert.

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Der neue Oberbürgermeister-Kandidat der Marburger SPD, Dr. Thomas Spies erläuterte während des Nominierungsparteitags seine kommunalpolitischen Visionen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Städte und Landkreise Marburg sowie Gießen sollen je 20 Millionen Euro investieren um sich ein starkes Mitspracherecht am UKGM zu sichern. „Im Sommer steht uns angesichts der Umstrukturierung bei der Rhön-AG eine Führungswechsel-Frage bevor, dafür müssen wir gewappnet sein“, sagt Spies.

Die Zeit sei dann gekommen, „ernsthafte Verhandlungen“ über einen Einstieg in das Klinikum zu führen, um wieder „Entscheidungen für die Sicherheit der medizinischen Versorgung in der Region“ treffen zu können.

Das Vertrauen in die medizinische Einrichtung habe seit der Privatisierung gelitten. „Hier haben Menschen Angst vor ihrem Krankenhaus, das darf so nicht bleiben“, sagt er.

Foto: Nadine Weigel

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Der Landtagsabgeordnete kritisierte die Entscheidung der Geschäftsführung, in Marburg keine Auszubildenden mehr zu übernehmen (die OP berichtete). „Vertrauensbildend ist das nicht, zumal diese jungen Leute anderswo mit Handkuss genommen werden.“

Mit 80 Millionen Euro, welche die vier Kommunen aufbringen könnten, könne man den Einfluss zurückgewinnen. „Ein Kreiskrankenhaus zu betreiben käme uns auch nicht teurer.“

Die Seilbahn-Pläne der Grünen sieht Spies skeptisch. „Wir müssen die Klinikmitarbeiter und Studenten jetzt auf die Lahnberge bringen, nicht in 20 Jahren, wenn eine Seilbahn gebaut wäre.“ Seine Idee: Schnellbuslinien sollen künftig Innenstadt und UKGM verbinden.

Im aktuellen Windkraft-Zoff, der seinem Willen nach durch eine Bürgerabstimmung im Juni beigelegt werden soll, greift der studierte Arzt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) an: „Es gibt für die Stadt wichtigere Fragen als zwei Windräder auf dem Lichten Küppel. Aber man darf die Kiste nicht so vergurken wie jetzt geschehen.“ Von Beginn an habe es den Windpark-Planern an „Respekt und Diskussionsoffenheit gemangelt“.

Einen Parkplatz-Mangel erkennt Spies nicht. „Es gibt nicht zu wenige Stellflächen, nur haben einige wohl das Gefühl, zu weit weg von ihrem Ziel zu sein. Das kann man ändern, Wege attraktiver gestalten.“ Er wolle den Parkplatz an der Universitätsbibliothek aufstocken und Marburg-Mitte zum neuen Verkehrsdrehkreuz umbauen. Mehr Busse sollten das Areal ansteuern, um etwa diejenigen, die über die Stadtautobahn angereist seien, ins Zentrum zu bringen. „Auch über einen Bahnhaltepunkt muss man dann zukünftig an dieser Stelle neu diskutieren“, sagt Spies.

Kandidat will den Kurs von OB Vaupel fortsetzen

Der 52-Jährige kündigte zudem an, in vielen Bereichen den Vaupel-Kurs fortsetzen zu wollen.

Altenhilfe: „Ältere sollen so lange wie es geht, zuhause bleiben können. Und wenn, dann ordentliche vollstationäre Plätze angeboten bekommen. Das jetzt vorliegende Konzept befürworte ich.“

Wohnen und Nahverkehr: „Die Enge in der Kernstadt wird sich nicht ändern, deshalb muss man bauen und wohnen in Randgebieten umsetzen –  aber nur, wenn man die Mobilität, den Nahverkehr sofort mitdenkt. Es geht darum, wie Bewohner schnell und bequem in die Stadt und zurück kommen.“

Soziales: „Das gewachsene soziale Netz soll auf dem erreichten hohen Niveau bleiben. Wir müssen Schulsozialarbeit, Jugend- und Behindertenhilfe erhalten sowie die Kinderbetreuung sichern. „Wir liegen 1,5 Millionen Euro über dem Kifög-Standard des Landes. Aber wo, wenn nicht in diesem Bereich sollte eine Kommune gerne freiwillige Leistungen
tätigen?“

Parteifreunde loben den gebürtigen Marburger: „Als Abgeordneter in Wiesbaden war und ist er der Anwalt dieser Stadt. Vor allem in Gesundheitsfragen will er für Patienten, Angestellte und Azubis immer alles rausholen, was irgendwie geht“, sagt Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Landesvorsitzender.  

„Er ist kompetent und erfahren, kennt Marburg voll und ganz und hat viel über den Tellerrand der Region und der Politik hinaus geschaut, arbeitet nach wie vor wann immer es geht als Arzt“, sagt Monika Biebusch, Parteivorsitzende.  „Die Landes-CDU hat die Marburg-Wahl als die wichtigste der nächsten zwei Jahre bezeichnet. Das stimmt, denn die fürchten die kritischen Töne, die von hier erklingen, Sachen wie das Unverständnis über das Kifög. Sowas will man in Wiesbaden nicht hören“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel.

von Björn Wisker

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