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Nutzerfreundlichkeit im Fokus

Staatsarchiv Nutzerfreundlichkeit im Fokus

90 Zuhörer kamen zum Neujahrsempfang des Staatsarchivs Marburg, bei dem Rückblick gehalten, vor allem aber zukünftige Ziele festgelegt wurden.

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Dr. Andreas Hedwig (von links), Dr. Katharina Schaal und Dr. Karl Murk beim Neujahrsempfang im Staatsarchiv.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Die Losung der Marktwirtschaft lautet „Angebot und Nachfrage“. Doch Dr. Andreas Hedwig, Leiter des Hessischen Landesarchivs Marburg sowie des Staatsarchivs, sah es umgekehrt: „Wir müssen als Archiv doch als erstes darauf schauen, was unsere Nutzer wollen. Nachfrage und Angebot muss es heißen.“

 Um auf die Bedürfnisse der Nutzer besser eingehen zu können, startete das Archiv eine Umfrage, an der rund 1400 Befragte teilnahmen. Ein Trend war zu erkennen: Sobald Nutzer persönlich im Archiv erscheinen, sind sie zufrieden. Doch das Recherchieren und Arbeiten von zu Hause aus läuft eher holprig. In Sachen Übersichtlichkeit, Nutzerfreundlichkeit und der Anzahl an digitalisierten Archivmaterialien gebe es laut Dr. Hedwig daher Luft nach oben, um sich mehr Menschen zu öffnen.

Große Zufriedenheit mit dem System

Vereinfachtes Arbeiten ist demnach Thema Nummer eins auf der Agenda des Archivs. Dr.Katharina Schaal vom Marburger Universitätsarchiv hob des Weiteren die Erfahrungen mit dem 2015 eingeführten Archivinformationssystem beziehungsweise der digitalen Datenbank „Arcinsys“ hervor, das vom Hessischen Landesarchiv und weiteren hessischen Archiven genutzt wird und rund sechs Millionen Archivalien­einheiten umfasst.

Auch wenn große Zufriedenheit mit dem System herrschte, existierten durchaus noch Schräubchen, an denen man drehen könne, um beispielsweise die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen.

Nicht mehr angewiesen sind Nutzer auf das Kopieren von Archivalien. Denn vergangenes Jahr wurde das Fotografieren der Arbeitsmaterialien erstmals gestattet. Um vor allem Laptopnutzern das Arbeiten im Lesesaal zu erleichtern, wurde außerdem ein freier Internetzugang eingerichtet. Ferner soll die Erschließung der Quellen des Archivs sowie die Anzahl der Digitalisate weiter vorangetrieben werden. Allerdings bat Dr.Andreas Hedwig um Zeit. „Wir sind da auf viele ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen. Das wird noch einige Jahre dauern“, erklärte er.

Dr. Karl Murk, Mitarbeiter im Archiv und Vorsitzender des Marburger Geschichtsvereins, der eng mit dem Archiv kooperiert, klagte. Der „Zahn der Zeit“ nagt nämlich am Geschichtsverein. „Wie bei fast allen Vereinen sinken auch bei uns die Mitgliederzahlen“, meinte er. Vor allem die Überalterung des Vereins mache ihm zu schaffen.

von Benjamin Kaiser

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