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Nur zwei Nadeln im Arm

Stammzellenspender Nur zwei Nadeln im Arm

Am Sonntag findet von 11 bis 17 Uhr im Bürgerhaus Michelbach eine Typisierungsaktion der DKMS statt. Wer sich typisieren lässt, kann mit etwas Glück eines Tages einem sterbenskranken Menschen das Leben retten.

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OP-Mitarbeiter Marcus Richter während der Stammzellenspende beim DRK-Blutspendedienst in Frankfurt.

Quelle: Tanja Brock

Marburg. Der Marburger Marcus Richter (42) hat erst vorige Woche Stammzellen gespendet. Wir haben ihn gefragt, wie es ihm dabei ergangen ist.

OP: Wie war das, als die Nachricht kam, dass du als Spender in Frage kommst?

Marcus Richter: Die Typisierung lag knapp zweieinhalb Jahre zurück. Das war dann schon ein komisches Gefühl. Irgendwie gut, weil ich jemandem helfen konnte. Aber auch ein bisschen Angst davor, was auf mich zukommt. Doch die Betreuung durch die DKMS war sehr gut.

OP: Was musstest du machen, um Stammzellen zu spenden?

Marcus Richter: Nochmal Blutproben einschicken, über den Hausarzt. Nach sieben Wochen dann die Info: Es passt! Nun ging‘s nach Frankfurt zum Gesundheitstest. Ultraschall, Blutabnahme, weitere Untersuchungen und ein ausführliches Arztgespräch. Ab dem vierten Tag vor der Spende musste ich mir täglich dreimal ein Medikament spritzen, um die Produktion meiner Stammzellen anzukurbeln.

OP: Wie ist die Spende abgelaufen - war es unangenehm?

Marcus Richter: Ich bekam eine Kanüle in die rechte Armbeuge. Das Blut lief von dort in eine Zentrifuge, um die Stammzellen zu isolieren. Den Rest Blut bekam ich durch eine kleinere Nadel im linken Arm wieder zurück. Das Ganze dauert bis zu fünf Stunden. Doch nach knapp der Hälfte kam die gute Nachricht: Durch die hohe Stammzellenkonzentration in meinem Blut sei in 75 Minuten alles überstanden. Die gingen dann relativ schnell rum. Vor allem, weil wir eine Position gefunden hatten, in der ich die Nadeln kaum noch spürte. Pfleger und Ärzte waren total nett. Ich hab mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt.

OP: Würdest du wieder Stammzellen spenden?

Marcus Richter: Ja klar! Natürlich gibt es Angenehmeres als zwei Nadeln im Arm. Was Spritzen und so angeht, bin ich eh ein ziemlicher Schisser. Aber letztlich war alles nur halb so schlimm. Und wann hat man schon mal die Möglichkeit, jemandem das Leben zu retten?! Jetzt hoffe ich nur, dass sich die Hoffnungen der Empfängerin, so viel weiß ich, auch erfüllen. Ich wünsche ihr von Herzen alles Gute!

von Thomas Strothjohann

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