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Nordstadt-Verkehr: OP lädt zu Debatte

OP bringt Leser und Politiker zusammen Nordstadt-Verkehr: OP lädt zu Debatte

Die Verkehrsreform in der Nordstadt beschäftigt die Bewohner Marburgs – das Thema wird daher wohl eines der beherrschenden im anstehenden Kommunalwahlkampf. Die OP bringt Leser und Politiker zusammen.

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Der Fahrad-Schutzstreifen in der Marburger Bahnhofstraße verhindert nicht, dass Fahrzeuge am Fahrbahnrand halten – er soll nur die Aufmerksamkeit für Radfahrer erhöhen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Seit September gilt im Nordviertel eine neue Verkehrsführung: Robert-Koch-Straße und Bunsenstraße dürfen in beiden Richtungen befahren werden. Links und rechts der Fahrbahn in der Bahnhofstraße wurden zudem Fahrrad-Schutzstreifen auf die Straße gemalt. Die Verkehrsreform ist als Verkehrsversuch ausgewiesen.

Was vor allem zur Entlastung der Elisabethstraße gedacht war, sorgt seitdem großflächig für Ärger vor allem bei Autofahrern, die durch das Nordviertel müssen. Von Verkehrschaos ist die Rede, vom Verkehrsinfarkt. Die Opposition wirft der rot-grünen Koalition vor, Autos aus der Innenstadt verbannen zu wollen. Das Thema hat alle Chancen, zu einem der Wahlkampfschlager im bevorstehenden Wahlkampf für die Kommunalwahl am 
6. März zu werden. Fast alle Parteien haben angekündigt, in ihren Wahlprogrammen Aussagen zum Thema zu machen – oder haben dies bereits getan.

Wie die Situation vor Ort tatsächlich ist, darüber machen sich die Spitzenkandidaten der acht Parteien und Gruppierungen, die am 6. März für die Wahl zum Stadtparlament kandidieren, am kommenden Donnerstag selbst ein Bild. Die OP hat sie eingeladen, um 16.30 Uhr in die Bahnhofstraße vor das Mammografiezentrum zu kommen, um den Verkehr zur Stoßzeit in Augenschein zu nehmen und über Konsequenzen, Verbesserungsmöglichkeiten oder Alternativen nachzudenken.

Politiker sollen mit Bürgern ins Gespräch kommen

Eingeladen sind die Spitzenkandidaten Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), Dirk Bamberger (CDU), Dr. Elke Neuwohner (Bündnis 90/Die Grünen), Christoph Ditschler (FDP), Dr. Hermann Uchtmann (Marburger Bürgerliste), Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg) und Dr. Michael Weber (Piraten).

Die OP wird anfangs an die Kommunalpolitiker eine Eingangs-Frage zu der laufenden Nordstadt-Verkehrsreform richten. Diese soll von den Partei-Vertretern in Kurz-Statements beantwortet werden. Darauf folgen die Fragen, Meinungen und Anregungen der Zuhörer vor Ort. Je nach Verlauf und Wunsch der Leser, gibt es Raum für Diskussionen zu verschiedenen Aspekten. Die Veranstaltung hat also weniger den Charakter einer Podiumsdiskussion als vielmehr den eines gemeinsamen Ortstermins. Die Veranstaltung soll nicht länger als eine Stunde dauern.

Als Einstimmung auf den Ortstermin am Donnerstag finden Sie heute und in der kommenden Woche wichtige Stichworte, um die es in der Debatte – jenseits der täglichen Staus während der Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Nachmittag – auch geht.

von Till Conrad
 und Björn Wisker

 
Hintergrund: Fahrrad-Schutzstreifen

In den Straßen des Nordviertels ist ein Mittel auf dem Weg zum gleichberechtigten Miteinander aller Verkehrsteilnehmer im Straßenraum  der Fahrrad-Schutzstreifen, der etwa beiderseits der Bahnhofstraße angebracht ist. Verkehrsteilnehmer kritisieren aber, dass dadurch die  Situation für Radfahrer nicht sicherer geworden ist – im Gegenteil.

So ist in der Bahnhofstraße stadteinwärts nach der Elisabethbrücke ein Fahrrad-Schutzstreifen aufgebracht – gleichzeitig gilt aber ein eingeschränktes Haltverbot auf diesem Schutzstreifen. Radfahrer müssen also vor einem haltenden Auto auf die Fahrbahnmitte ausweichen, um ihre Fahrt fortsetzen zu können.

Der Leiter der Straßenverkehrsbehörde, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), klärt auf: Fahrrad-Schutzstreifen sind keine Radwege, sondern eben nur Schutzstreifen. Radwege in beide Fahrtrichtungen lässt die zu geringe Fahrbahnbreite nicht zu.

Die Schutzstreifen sollen insbesondere dazu beitragen, die Aufmerk­samkeit für die Radfahrer und damit deren Sicherheit zu erhöhen. Einige Schutzstreifen sind zu diesem Zweck rot angemalt, um den Signaleffekt zu erhöhen. Der Fahrrad-Schutzstreifen befreit Autofahrer nicht von der Pflicht, zu Radfahrern einen Seitenabstand von mindestens 1,50 Metern zu halten.

In der Bahnhofstraße endet das eingeschränkte Haltverbot dann nach wenigen 100 Metern und wird zum absoluten Haltverbot – das hat aber nichts mit den Radfahrern zu tun, sondern mit der Tatsache, dass Pkw oder Lkw, die an einem am Straßenrand haltenden Fahrzeug vorbeifahren, die Gegenfahrbahn mit benutzen müssten.

Auch die Tatsache, dass die Schutzstreifen irgendwann abrupt enden, erklärt sich aus ihrer Funktion: Nach wie vor gilt, dass Radfahrer und Autofahrer gleichberechtigt sind und aufeinander Rücksicht nehmen sollen. Spies  plädiert zudem für ein weiteres Prinzip im Straßenverkehr: gegenseitige Rücksichtnahme.

 
So machen Sie mit
Sie wollen sich an der Diskussion um den Nordstadt-Verkehr mit einer Frage oder Anregung beteiligen? Kommen Sie am Donnerstag, 14. Januar, ab 16.30 Uhr zum OP-Stand auf dem Vorplatz des Mammografiezentrums in der Bahnhofstraße 7! Oder schreiben Sie uns Ihre Frage direkt auf facebook.com/OberhessischePresse.
 
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