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Nordstadt: Kritiker erwägen Initiative

Verkehrspolitik Nordstadt: Kritiker erwägen Initiative

Die künftig geltende Tempo-30-Regelung auf dem Nordstadt-Zubringer Wehrdaer Weg / Wehrdaer Straße verschärft die Verkehrspolitik-Debatte. Eine Auswahl von Reaktionen der OP-Leser.

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Berufspendler kritisieren die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Zufahrt zu der verkehrs-reformierten Nordstadt.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Ich gehöre zu den ‚Glücklichen‘, die ja angeblich von der Tempo-30-Regelung (jetzt auch am Ortenberg) profitieren: Da ich an einer Kreuzung wohne, habe ich keine ruhige Sekunde mehr, Vollbremsungen - da jetzt rechts vor links gilt - Hupen, schreiende Autofahrer, Blechschäden und dazu noch katastrophale Staus in der ganzen Nordstadt“, schreibt Sabine Weintraut auf dem OP-Facebookkanal.

„Schwachsinn! So was Dummes gehört doch verboten“, schreibt Domenic Seip.

„Marburg unterstreicht einmal mehr die katastrophale Verkehrs- und Parkplatzpolitik“, schreibt Andre Knolle.

„Ein konsequenter Schritt zur Sperrung der Elisabethstraße“, schreibt Matthias Amedick.

„Die mobilitätsfeindliche Verkehrspolitik dieser Stadt ist ein weiteres Paradebeispiel für den grün-ideologischen Blindflug unserer Zeit. Statt weniger gelangen aufgrund der erzwungenen, zumal untertourig stattfindenden Fahrzeitverlängerungen nun mehr Schadstoffe in die Luft als zuvor, die Nerven der gegängelten Verkehrsteilnehmer liegen blank“, schreibt Jürgen Vollmer.

„Und in zehn Jahren ist Marburg dann nur noch von Fußgängern zu erreichen“, schreibt Michael Schick.

„Es würde doch ausreichen, wenn die geltenden 50 Stundenkilometer ständig überwacht würden“, schreibt Karl-Heinz Koch.

„Reicht der Schwachsinn in der Bahnhofstraße und Robert-Koch-Straße noch nicht aus. um den Verkehrsfluss zu töten?“, schreibt Stefan Kreiter.

„Ist zum Kotzen. Das Ziel ist es ja, dass die Autos komplett aus der Stadt verbannt werden“, schreibt Markus Schnabel. Er kritisiert an den zunehmenden Tempo-30-Anweisungen, dass es einen Mix gebe aus „niedrigerer Gang, erhöhter Kraftstoffverbrauch, höhere Umwelt- und Lärmbelastung, dramatisch erhöhte Unfallgefahr durch rechts vor links“.

Nach OP-Informationen streben nun mehrere Anwohner in der Nordstadt die Gründung einer Bürgerinitiative an. In dieser sollen unter anderem Demonstrationen rund um das Biegenviertel geplant werden. Ziel: Den Verkehrsversuch beenden, die Reform rückgängig machen.

Oberbürgermeister dankt für „hohe Akzeptanz“

Sollte in der Elisabethstraße - wie vom Magistrat angestrebt - perspektivisch Schritttempo eingeführt und der Pilgrimstein für den Verkehr gesperrt werden (2016 beginnen die Stützmauer-Bauarbeiten), würden tausende Anwohner in Deutschhaus-, Biegen- und Robert-Koch-Straße unter einem Verkehrskollaps leiden, heißt es von Kritikern. Von den errechneten Verkehrsminderungen in der Elisabethstraße (4400 Autos weniger pro Tag) würden „viel weniger Anwohner profitieren, als wenn aller Verkehr durch andere Wohnstraßen fährt“, sagt ein Anwohner im OP-Gespräch.

„Man kann nicht eine wichtige Zufahrtsstraße in die Stadt mit Tempo 30 versehen, dass alle aus Wehrda im Schneckentempo fahren müssen. Sogar der Bus fährt schneller.“ Nur das Blitzen helfe gegen Raser. „Marburg probiert etwas zu sein, was es nicht ist. Die ganzen Veränderungen haben es nicht besser, sondern schlechter gemacht.“ Die Stadt „katapultiert sich selbst immer mehr ins Aus“, schreibt Melanie Hafner.

Befürworter der Tempo-30-Einführung speziell in Wehrda sehen indes den größten Vorteil in Sicherheitsaspekten und der Verdrängung von Autofahrern auf die Stadtautobahn.

Henning Köster, Linken-Verkehrspolitiker sagt: „Ich bezweifele, dass das wirklich spürbaren Einfluss auf die nach wie vor völlig unzumutbare Situation rund um die Elisabethstraße hat“. Ein „fröhliches Grünphasen-Jagen“ führe gerade abends zu „unerträglichen Lärmimmissionen und gefährlichen Situationen für den Fahrradverkehr“. Geblitzt werden müsste demnach trotz Tempo 30 und Verkehrsreform folgen.

OB Egon Vaupel (SPD) dankt den Marburgern, die seit 2012 auf anderen Straßen mit Tempo 30 umgehen, für die „hohe Akzeptanz“, die „Umstellung einer Gewohnheit ist nicht immer einfach“, jedoch habe sich „zwischenzeitlich ein Gewöhnungsprozess eingestellt“, der die „Verkehrssicherheit und Wohnqualität verbessert“. Auch Christa Hedderich-Nolte spricht sich auf Facebook für Tempo 30 aus: „Warum nicht in der ganzen Stadt und ihren Ortsteilen?“

von Björn Wisker

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