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Noch einmal geht‘s an die Wahlurne

Kirchenvorstandswahlen Noch einmal geht‘s an die Wahlurne

Der politische Wahlsonntag liegt hinter uns, die Mitglieder der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) haben am Sonntag allerdings noch einmal die Chance, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen.

Marburg. Insgesamt sind in den gut 800 Kirchengemeinden zwischen Kassel und Hanau rund 792000 Kirchenmitglieder aufgerufen, über etwa 5000 Plätze in knapp 800 Kirchenvorständen zu entscheiden. 8747 evangelische Christen stellen sich in diesem Jahr zur Wahl. Der Beauftragte für die Kirchenvorstandswahlen in der EKKW, Pfarrer Eckhard Käßmann, warb am Freitag noch einmal für die Beteiligung an der Wahl: Gerade durch das ehrenamtliche Engagement der Kirchenvorsteher „wird Sorge getragen, dass die Kirche im Ort bleibt, wo doch schon andere Institutionen längst gegangen sind.“

Innerhalb der Landeskirche haben fast zehn Prozent schon vor dem eigentlichen Wahlsonntag ihre Favoriten für die Kirchenvorstände bestimmt. Und haben damit zugleich die Premiere der Online-Wahl zu einem Erfolg werden lassen. 73058 (9,3 Prozent) der Wähler nutzten diesen Weg der Stimmabgabe vor dem Wahlsonntag.

Unklar ist allerdings, ob dieses erstmalige Angebot auch dazu führt, dass die Wahlbeteiligung insgesamt steigt. Die Wahlbeteiligung bei Kirchenvorstandswahlen liegen traditionell niedrig, bei der jüngsten Wahl 2007 waren es nur 25,7 Prozent.

Im Internet konnte vom 1. bis 22. September abgestimmt werden. Die Online-Wahllokale sind also inzwischen geschlossen. Wer jetzt wählen will, muss daher am Sonntag direkt zu seinem Wahllkokal gehen oder, wenn er verhindert ist, noch schnell bei seinem Pfarramt Briefwahl beantragen. Nach Abgleich der Wählerverzeichnisse mit der Onlinewahl haben noch rund 718000 Kirchenmitglieder die Möglichkeit, klassisch an der Urne zu wählen. Die Wahllokale in den Kirchengemeinden haben am Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet, während der Gottesdienste können sie natürlich geschlossen sein.

Wer bislang keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat, aber in das Wählerverzeichnis seiner Gemeinde eingetragen ist, kann dennoch von seinem Wahlrecht Gebrauch machen.

Wählen dürfen alle Gemeindeglieder, die am Wahltag das 14. Lebensjahr vollendet haben. Wählbar für den Kirchenvorstand ist jedes Ge­meindeglied, das zur Zeit der Wahl 18 Jahre alt ist und das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

nIn der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau (EKHN), zu der unter anderem das Hinterland gehört, wird übrigens nicht gewählt. Dort liegt die jüngste Wahl erst vier Jahre zurück, neu gewählt wird dort im April 2015.

von Michael Agricola

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