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Nierenspezialistin zurück am Klinikum

Pädiatrische Nephrologie Nierenspezialistin zurück am Klinikum

Spitzenforscherin und Medizinerin in einem: Stefanie Weber hat große Erfahrung auf dem Gebiet der Nierentransplantation vorzuweisen.

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Dr. Gunther Weiß (von links), Professor Felix Maier, die frischgebackene Chefärztin, Professorin Stefanie Weber, Professor Harald Renz und Professor Helmut Schäfer freuen sich auf den Ausbau des Kindernierenzentrums am UKGM.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. „Es ist ein besonderes Vergnügen als Dekan, Spitzenforscher an die eigene Universität zurück zu holen und noch größer wird natürlich das Vergnügen, wenn es sich um die absolute Wunschkandidatin handelt,“ mit diesen Worten begrüßte der Dekan des Fachbereichs Medizin, Professor Helmut Schäfer am vergangenen Freitag die neue Chefärztin, Professorin Stefanie Weber. Die Expertin für Pädiatrische Nephrologie (Nierenerkrankungen im Kindesalter), studierte 
 seinerzeit bereits in Marburg und gehört heute zu den weltweit führenden Experten auf ihrem Gebiet.

Und sie hat eine jahrelange Expertise aus dem Ausland vorzuweisen. Bis zum April dieses Jahres leitete Weber das Essener Zentrum für seltene Erkrankungen und wird nun das UKGM mit ihrer großen Erfahrung auf dem Gebiet der Nierentransplantation bereichern. In dieser Funktion unterstützt sie nun Chefarzt Professor Felix Maier, der ebenfalls im Bereich der pädiatrischen 
Intensivmedizin tätig ist.

„Wir sind heute in der glücklichen Situation, dass selbst Nierentransplantationen von kleinen Kindern ab acht Kilogramm Körpergewicht meistens gut verlaufen, hier hat sich in der Forschung viel getan. Darüber hinaus haben wir in den letzten Jahren viele Medikamente entwickelt, die eine Transplantation 
hinauszögern oder unnötig 
machen können. Allerdings gibt es natürlich noch immer viel zu verbessern, gerade auf dem Gebiet der genetischen Forschung, da viele chronische Nierenerkrankungen familiär bedingt sind,“ erklärte Weber.

Gute Versorgungslage mit Kindernieren

Glücklicherweise seien diese schweren chronischen Nierenerkrankungen vergleichsweise 
 selten. Der Anteil der betroffenen Kinder liegt bei deutlich unter einem Prozent. Allerdings müssten Betroffene häufig zwei bis drei Nieren implantiert bekommen, da Spenderorgane, selbst wenn im 
Idealfall von lebenden Verwandten entnommen, kein ganzes 
Leben halten.

Aufgrund der geringen 
Anzahl der Betroffenen und der europaweiten Spendervermittlung, ist die Versorgungslage mit Kindernieren aber sehr gut, viele Eltern, die ihr Kind etwa durch einen Unfall verloren haben, wünschen sich, dass die Organe anderen Kindern helfen. Daher warten unsere kleinen Patienten meist weniger als ein Jahr,“ erklärte die Expertin.

Klinikleiter Dr. Gunther Weiß merkte in Bezug auf den Grad der Spezialisierung, der demnächst in Marburg erreicht wird, an: „Ich denke, an diesem Beispiel lässt sich gut demonstrieren, dass wir auch nach der Privatisierung keineswegs nur solche Bereiche fördern, die große Massen an Patienten betreffen. Vielmehr werden wir damit den Ansprüchen als Grundversorger und Institut für Grundlagenforschung gerecht. Schließlich gehört das UKGM zu den 16 Kliniken der BRD, die Nierentransplantationen durchführen und sind die einzige in über 100 Kilometer Umkreis, die eine vollständige Betreuung auf diesem Gebiet anbieten kann.“

von Marcus Hergenhan

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